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Gender Datenreport 2009

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> 1. Bevölkerung  
> 2. Lebensformen  
 
   
   1. Bevölkerung  
 
Die  Bevölkerungszahl  in Berlin ist seit 2005 leicht gestiegen und lag Ende 2008 bei 3,43 Millionen. Der Zuwachs resultierte aus einer positiven Wanderungsbilanz, die jedoch lange Zeit dadurch geschmälert wurde, dass in Berlin insgesamt mehr Menschen starben als Kinder geboren wurden; 2007 und 2008 überwog jedoch die Zahl der Geburten leicht die der Sterbefälle.
 
Die  Geburtenziffer  für die Berliner Bevölkerung ist tendenziell gestiegen; sie lag zuletzt im Durchschnitt bei 1,3 Kindern je Frau im Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Sie war für ausländische Frauen höher (1,4) als für deutsche Frauen (1,3). Bei einem Vergleich der Geburtenentwicklung der deutschen und der ausländischen Bevölkerung ist allerdings zu berücksichtigen, dass in ausländischen Familien geborene Kinder seit dem Jahr 2000 unter bestimmten Voraussetzungen die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen können. Seitdem sind die Geburtenzahlen für die ausländische Bevölkerung nur noch etwa halb so hoch.
 
Ende 2008 verzeichnete das Einwohnerregister 470 051  ausländische Bürgerinnen und Bürger;  ihr Anteil an der Bevölkerung lag in den letzten drei Jahren konstant bei 14,0 %. Die größte Bevölkerungsgruppe bildeten die Türken mit einem Anteil von rund 24 % gefolgt von Migranten/-innen aus den asiatischen Ländern (15 %), den Nachfolgestaaten Jugoslawiens (11 %), aus Polen (9 %) sowie der ehemaligen Sowjetunion (7 %).
 
Das  Durchschnittsalter  der Berliner Bevölkerung hat sich seit 1991 von 39 auf 43 Jahre erhöht. Während sich damals rund 17 % der Bevölkerung im Alter von unter 15 Jahren befanden, waren es 2008 nur noch 12 %. Der Anteil der über 65-jährigen ist im gleichen Zeitraum von 10 % auf 19 % gestiegen. Von der Bevölkerung in dieser Altersgruppe waren 58 % Frauen.
 
Die ausländischen Bürgerinnen und Bürger sind im Durchschnitt deutlich jünger als die deutschen (37 zu 44 Jahre); auf die Alterstufe der über 65-jährigen entfiel hier beispielsweise nur ein Anteil von 7 % (Deutsche 21 %).
 
Der kontinuierliche Rückgang der Zahl der  Eheschließungen,  die konstant hohe Zahl der  Scheidungen  sowie ein Anstieg des Heiratsalters und des Alters der Frauen bei Geburt des ersten Kindes sind deutliche Zeichen eines Wandels der Lebensweise. In Berlin waren 2008 bei nahezu der Hälfte der geborenen Kinder (48,6 %) die Eltern nicht miteinander verheiratet.
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Exkurs: Bevölkerung mit Migrationshintergrund 
 
Ι Die Auswertungen des Einwohnerregisters ergaben Ende 2008, dass in Berlin 26 % der Bevölkerung einen Migrationshintergrund aufwiesen (Deutsche und Ausländer/-innen). Das entsprach in etwa den Anteilen, die auch für die Stadtstaaten Bremen und Hamburg gelten. Für einige Bezirke wie Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln und Mitte lagen die Quoten bezogen auf die Bevölkerung dieser Bezirke zwischen 37 % und 45 % und sind mit denen vergleichbar, die für Großstädte wie Stuttgart, Frankfurt a. M. oder Nürnberg charakteristisch sind.
 
Ebenfalls in dieser Größenordnung bewegte sich der Anteil der Migrantinnen und Migranten an der Gesamtbevölkerung im Alter von unter 18 Jahren (43 %). Für die Bevölkerung im Bezirk Mitte ergab sich in dieser Altersgruppe sogar eine Quote von 71 % und auch in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg überwog bei weitem die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
 
Es besteht ein deutliches Gefälle in der sozioökonomischen Lage zwischen Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund und wiederum zwischen den Migranten/-innen mit deutscher und mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Letztere sind noch immer in besonderem Maße sozialen Risiken ausgesetzt. Kennzeichen sind geringe Schul- und Berufsausbildung, niedrige Einkommen bzw. hohe Arbeitslosigkeit und damit hohe Abhängigkeit von Transfereinkommen. In dieser Hinsicht besteht zusätzlich ein eklatantes Gefälle zwischen Männern und Frauen. Ι
 
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