Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2018

BILDUNG UND AUSBILDUNG

2. Hochschulbildung

In Berlin schließen junge Frauen ebenso häufig wie junge Männer erfolgreich ein Hochschulstudium ab, in den darauffolgenden Stufen der akademischen Laufbahn sind sie jedoch nach wie vor unterrepräsentiert.

Im Wintersemester 2017/2018 waren an den staatlichen Hochschulen in Berlin rund 160 600 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Knapp die Hälfte der Studierenden waren Frauen (49 %), unter den Erstimmatrikulierten lag ihr Anteil bei 51 % (Tab. 1).

Die Wahl der Studienfächer ist weiterhin stark geschlechtsspezifisch geprägt. Bei den Studienanfängerinnen, die im Wintersemester 2017/2018 ihr Studium aufnahmen, zählte die Fächergruppe der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu den Favoriten (38 %). Weiterhin entschieden sich weibliche Studierende zu etwa gleichen Teilen für die Geisteswissenschaften (19 %) und die Ingenieurwissenschaften (17 %). Demgegenüber wählten männliche Studierende im ersten Hochschulsemester am häufigsten die Ingenieurwissenschaften (42 %), gefolgt von den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (25 %) sowie Mathematik und Naturwissenschaften mit einem Anteil von 15 % (Tab. 3).

An acht der zwölf staatlichen Hochschulen in Berlin studierten im WS 2017/2018 mehrheitlich Frauen. Am stärksten frauendominiert (75 % Frauenanteil) war die Alice Salomon Hochschule, die Studiengänge in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit und Erziehung anbietet. An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ stellten Frauen hingegen nur knapp die Hälfte der Studierenden (48 %). An den drei Hochschulen mit technischer Ausrichtung waren Studentinnen mit je rund einem Drittel weiterhin deutlich unterrepräsentiert (Tab. 2).

Im Jahr 2017 schlossen rund 26 300 Absolventinnen und Absolventen erfolgreich ihr Studium (einschließlich Promotion) an einer staatlichen Berliner Hochschule ab; mehr als die Hälfte davon waren Frauen (51 %). Für die große Zahl der universitären Abschlüsse (rd. 12 700) ergab sich eine Frauenquote von 52 %. Am höchsten war der Frauenanteil bei Lehramtsprüfungen (67 %) und bei künstlerischen Abschlüssen (57 %). Niedriger fiel die Quote bei den Fachhochschulabschlüssen (rd. 47 %) aus, wobei hier je nach Fachausrichtung der Hochschulen erhebliche Unterschiede bestanden (Tab. 5b/5c).

Obwohl Frauen ihre Kommilitonen bei den Studienabschlüssen längst eingeholt haben, wird ihr Anteil mit jeder weiteren Sprosse auf der wissenschaftlichen Karriereleiter geringer: Im Jahr 2017 hatten sich rund 2 300 Personen erfolgreich durch eine Promotion weiterqualifiziert, knapp die Hälfte davon waren Frauen (48,6 %). Neben 69 Männern erhielten 43 Frauen (38,4 %) durch Habilitation eine Lehrbefähigung. Etwas besser repräsentiert waren Frauen bei den (befristeten) Juniorprofessuren, durch die ebenfalls eine Lehrbefähigung erworben werden kann: 88 der 192 Juniorprofessuren waren mit einer Frau besetzt, die Quote lag damit bei 45,8 % (Tab. 7).

Insgesamt sind die Professuren jedoch weiterhin eine Männer-Domäne. Im Jahr 2017 lehrten und forschten an Berlins staatlichen Hochschulen 1 970 Professoren aber nur 924 Professorinnen. Dies entspricht einem Frauenanteil von 31,9 %. In der obersten Besoldungsgruppe der W3-Professuren waren Frauen sogar nur zu gut einem Viertel (26,2 %) vertreten. Von den 227 (auslaufenden) C4 -Professuren waren 16,3 % mit einer Frau besetzt (Tab. 7). Im Ländervergleich liegt Berlin in Bezug auf den Frauenanteil an den Professuren weiterhin an der Spitze. Im Bundesdurchschnitt aller Hochschulen lag der Frauenanteil bei den Professuren im Jahr 2017 nur bei 24,1 % (Tab. 1).

< GRAFIK >

Beim übrigen hauptberuflich beschäftigten wissenschaftlichen und künstlerischen Personal sind Frauen gut repräsentiert. Unter den 102 Dozentinnen und Dozenten bzw. Assistentinnen und Assistenten sowie den 469 Lehrkräften für besondere Aufgaben an Hochschulen in Trägerschaft des Landes Berlin lag ihr Anteil 2017 bei 44 % bzw. 64 %. Der Frauenanteil bei den rund 11 200 wissenschaftlichen/künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lag bei 44 %. Des Weiteren gehörten an den staatlichen Hochschulen 5 168 Lehrbeauftragte zum nebenberuflich beschäftigten Wissenschaftspersonal; hiervon waren 38 % Frauen. Bei den rund 7 700 wissenschaftlichen Hilfskräften betrug die Frauenquote 49 % (Tab. 7).

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