Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2019

BILDUNG UND AUSBILDUNG

2. Hochschulbildung

In Berlin schließen junge Frauen ebenso häufig wie junge Männer erfolgreich ein Hochschulstudium ab, in den darauffolgenden Stufen der akademischen Laufbahn sind sie jedoch meist noch deutlich unterrepräsentiert.

Im Wintersemester 2019/2020 waren an den staatlichen Hochschulen in Berlin rund 163 400 Studentinnen und Studenten eingeschrieben. Die Hälfte der Studierenden waren Frauen. Unter den Erstimmatrikulierten lag ihr Anteil bei 53 %. (Tab. 1)

Die Wahl der Studienfächer ist weiterhin stark geschlechtsspezifisch geprägt. Bei den Studienanfängerinnen, die im Wintersemester 2019/2020 ihr Studium aufnahmen, zählte die Fächergruppe der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zu den Favoriten (38 %). Weiterhin entschieden sich weibliche Studierende zu etwa gleichen Teilen für die Geisteswissenschaften (19 %) und die Ingenieurwissenschaften (17 %). Demgegenüber wählten männliche Studierende im ersten Hochschulsemester am häufigsten die Ingenieurwissenschaften (41 %), gefolgt von den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (24 %) sowie Mathematik und Naturwissenschaften mit einem Anteil von 15 %. (Tab. 3)

An acht der zwölf staatlichen Hochschulen in Berlin studierten im WS 2019/2020 mehrheitlich Frauen. Den höchsten Frauenanteil wies die Alice Salomon Hochschule auf, die Studiengänge in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit und Erziehung anbietet (75 %). An der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ stellten Frauen hingegen nur 45 % der Studierenden. In den drei Hochschulen mit technischer Ausrichtung war jeweils nur etwa ein Drittel der Studierenden weiblich. (Tab. 2)

Im Jahr 2019 beendeten rund 27 000 Absolventinnen und Absolventen erfolgreich ihr Studium an einer staatlichen Berliner Hochschule (einschließlich Promotion); etwas mehr als die Hälfte davon waren Frauen. Für die große Zahl der „universitären Abschlüsse (rd. 13 300) ergab sich eine Frauenquote von 52 %. Am höchsten war der Frauenanteil bei rund 2 000 Lehramtsprüfungen (69 %) und den rund 1 100 künstlerischen Abschlüssen (59 %). Geringer fiel die Quote für die rund 8 500 Fachhochschulabschlüsse aus (48 %). (Tab. 5.2, 5.3)

Obwohl Frauen ihre Kommilitonen bei den Studienabschlüssen längst eingeholt haben, wird ihr Anteil mit jeder Sprosse auf der wissenschaftlichen Karriereleiter geringer: Das galt nicht für die rund 2 100 Personen, die sich 2019 erfolgreich durch eine Promotion weiterqualifiziert hatten; hiervon war die Hälfte weiblich. Anders war es bei Habilitationen, die als akademisches Examen dem Nachweis der besonderen Befähigung für Forschung und Lehre in einem bestimmten Fach oder Fachrichtung dienen. Unter den 83 Habilitierten im Jahr 2019 waren nur 23 Frauen (28 %). Besser war die Situation bei den Juniorprofessuren. Auf diesem Weg ist es ebenfalls möglich, eine Lehrbefähigung zu erwerben, allerdings handelt es sich hier ausschließlich um befristete Stellen: Von 181 dieser Juniorprofessuren waren 85 mit einer Frau besetzt (47 %). (Tab. 6, 7)

Insgesamt sind Professuren jedoch weiterhin eine Männer-Domäne. Im Jahr 2019 lehrten und forschten an staatlichen Hochschulen Berlins 2 011 Professoren aber nur 984 Professorinnen. Dies entspricht einem Frauenanteil von 33 %. In der obersten Besoldungsgruppe der W3-Professuren waren Frauen sogar nur zu gut einem Viertel (27 %) vertreten. Im Ländervergleich liegt Berlin in Bezug auf den Frauenanteil an den Professuren mit an der Spitze. Im Bundesdurchschnitt aller Hochschulen ergab sich für Professuren im Jahr 2019 ein Frauenanteil von 26 %. (Tab. 1)

< GRAFIK >

Beim übrigen hauptberuflich beschäftigten wissenschaftlichen und künstlerischen Personal sind Frauen mit 47 % gut repräsentiert. Unter den 548 Dozenten/-innen sowie Lehrkräften für besondere Aufgaben lag ihr Anteil 2019 bei 62 % und unter den rund 11 800 wissenschaftlichen/künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betrug er 46 %. Des Weiteren sind an den staatlichen Hochschulen rund 6 400 Personen, die dem nebenberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personal angehören (ohne wissenschaftliche Hilfskräfte), darunter hauptsächlich Lehrbeauftragte, mit einem Frauenanteil von insgesamt 35 %. Hinzu kommen rund 7 700 wissenschaftliche Hilfskräfte mit einem Frauenanteil von 53 %. (Tab. 7)

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