Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2016

BILDUNG

2. Hochschulbildung

Im Wintersemester 2015/16 waren rund 154 000 Studentinnen und Studenten an staatlichen Hochschulen des Landes Berlin eingeschrieben. Knapp die Hälfte der Studierenden waren Frauen (49 %). Unter den Erstimmatrikulierten lag ihr Anteil bei 52 %.

Die Wahl der Studienfächer ist stark geschlechtsspezifisch geprägt. Im Wintersemester 2015/2016 entschieden sich bei Studienbeginn 38 % der Studentinnen für Fächer der Gruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Weitere 36 % entfielen zu etwa gleichen Teilen auf Geisteswissenschaften und Ingenieurwissenschaften.
Bei den Studenten gehörten Fächer der Ingenieurwissenschaften zur ersten Wahl (42 %). Ein weiteres Viertel entschied sich für Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und 15 % für Mathematik und Naturwissenschaften.
Da mit dem WS 2015/2016 eine veränderte Fächergruppensystematik gilt, ist ein Vergleich mit den Vorjahren auf dieser Ebene erschwert. Das betrifft vor allem die Fächergruppen Mathematik, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften.

Die geschlechtsspezifische Studien- bzw. Berufswahl spiegelt sich auch im Frauenanteil in den Fächergruppen. Studierende der Geisteswissenschaften, der Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften sowie der Kunst und Kunstwissenschaften waren ganz überwiegend Frauen (65 % bzw. 64 %). Das galt auch für den Bereich Agrar-, Forst-, Ernährungswissenschaften und Veterinärmedizin (63 %). Von den Studierenden der Ingenieurwissenschaften war nur gut ein Viertel weiblich.

Mit Ausnahme der Technischen Universität Berlin überwiegt unter den Studierenden an Berliner Universitäten (einschließlich Charité Universitätsmedizin und Universität der Künste) die Zahl der Frauen; die Anteile liegen zwischen 57 % und 63 %. Die Studiengänge an Kunsthochschulen werden ebenfalls mehrheitlich von Frauen gewählt (59 %).

An der Technischen Universität Berlin sind dagegen nur etwa ein Drittel der Studierenden Frauen. Auch an Technischen Fachhochschulen liegen die Frauenanteile unter 40 %. Von den Studierenden an der Fachhochschule für Wirtschaft und Recht sind 52 % Frauen, und an der Alice Salomon Hochschule, die in der Tradition der „sozialen Frauenschulen“ steht, sind drei Viertel Frauen.

Im Jahr 2015 hatten rund 26 600 Studentinnen und Studenten ihr Studium (einschließlich Promotion) erfolgreich abgeschlossen; die Hälfte davon waren Frauen. Für die große Zahl der Absolventen und Absolventinnen an Universitäten (rd. 13 Tausend) ergab sich eine Frauenquote von 52 %. Es handelt sich zu 80 % um Bachelor- bzw. Masterabschlüsse, wobei der Masterabschluss bei den Frauen einen etwas höheren Anteil hat. Am höchsten ist der Frauenanteil bei Lehramtsprüfungen (67 %) und bei künstlerischen Abschlüssen (58 %).

2 441 Personen hatten sich erfolgreich durch eine Promotion weiterqualifiziert, knapp die Hälfte davon waren Frauen. Weiterhin erlangten 121 Personen durch Habilitation eine Lehrbefähigung, darunter 37 Frauen (31 %). Eine Lehrbefähigung kann u.a. auch durch eine (befristete) Juniorprofessur erreicht werden; 2015 waren von 178 Juniorprofessoren/-innen 91 Frauen (51 %).

An staatlichen Hochschulen Berlins lehrten und forschten 2 844 Professorinnen und Professoren. Der Anteil der Professorinnen hatte sich im Verlauf von zehn Jahren kontinuierlich von 18,6 % auf 31,4 % erhöht. Dadurch nimmt Berlin eine Spitzenposition im bundesweiten „Gleichstellungsranking“ der Hochschulen ein. Im Bundesdurchschnitt liegt die Quote aktuell nur bei 22,7 %.

Ungeachtet der bisherigen Erfolge ist die Situation von Frauen vor allem im Hinblick auf die Besetzung in den oberen Besoldungsstufen noch nicht zufriedenstellend: Die Frauenquote lag in der höchsten Gruppe der W3-Professuren nur bei 25,2 %, für W2-Professuren ergaben sich 39 % (befristet und unbefristet).

< GRAFIK >

Beim übrigen hauptberuflich beschäftigten wissenschaftlichen und künstlerischen Personal sind Frauen gut repräsentiert. Unter den 95 Dozenten/-innen bzw. Assistenten/-innen sowie den 441 Lehrkräften für besondere Aufgaben liegt ihr Anteil bei 51 % bzw. 65 % und für die rund 11 200 wissenschaftlichen / künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei 44 %.

Des Weiteren gehören über 5 000 Lehrbeauftragte zum nebenberuflich beschäftigten Wissenschaftspersonal; hiervon sind gut ein Drittel Frauen. Hinzu kommen rund 7 700 wissenschaftliche Hilfskräfte mit einer Frauenquote von (48 %).

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