Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2018

DEMOGRAFIE

1. Bevölkerung

Das Bevölkerungswachstum in Berlin hält an, zugleich wird die Stadt insgesamt jünger und vielfältiger. In der älteren Generation überwiegt weiterhin deutlich die Zahl der Frauen.

Ende 2017 lebten rund 3,61 Millionen Menschen in Berlin, darunter rund 1,84 Millionen Frauen (51 %). In höheren Altersgruppen ist der Anteil der Frauen größer als der Anteil der Männer: Bei den unter 65jährigen ist das Zahlenverhältnis zwischen Frauen und Männern weitgehend ausgeglichen, in der Altersgruppe der 65 bis unter 75jährigen stellen Frauen bereits die Mehrheit (54 %). Noch deutlicher überwiegt ihr Anteil bei den 75 bis unter 85jährigen bzw. ab 85jährigen mit 58 % bzw. 69 % (Tab. 4).

2017 wuchs die Bevölkerung in Berlin um rund 38 Tausend Personen (+ 1,1 %). Der Anstieg war nicht mehr ganz so stark wie im Jahr davor. Er resultierte zum einen aus einem Geburtenüberschuss (Verhältnis von Geborenen zu Gestorbenen) von 5 824 Kindern, zum anderen aus einem Wanderungsgewinn von 33 533 Personen (Tab. 1, 2).

Der Wanderungsgewinn beruhte ausschließlich auf dem Zuzug von rund 41 934 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit; die Zahl der Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit ging wie bereits in den Vorjahren zurück – 2017 um rund 8 401. Dabei zog es insbesondere junge Erwachsene nach Berlin, während Ältere die Stadt häufiger verließen.

2017 konnte Berlin erneut hohe Geburtenzahlen verzeichnen: 40 163 Kinder kamen in der Stadt zur Welt. Die Geburtenziffer lag bei 1,48 Kindern pro Frau – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Bei Berliner Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit fiel der Wert mit 1,35 Kindern pro Frau deutlich niedriger aus als bei jenen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (1,87 Kinder pro Frau). Bereits seit 2007 überstieg in Berlin die Zahl der Geborenen die Zahl der Verstorbenen.

Das führte erneut zu einer Verjüngung der Berliner Bevölkerung. 2017 waren Berlinerinnen und Berliner durchschnittlich 42 Jahre und 6 Monate alt. Das Durchschnittsalter der Berliner Frauen lag insgesamt um 2,5 Jahre über dem der Männer (43,8 Jahre zu 41,3 Jahre). Ausländische Staatsangehörige in Berlin waren im Schnitt 8,1 Jahre jünger als deutsche Staatsangehörige (35,9 zu 44,0 Jahre). Auch fiel die Altersdifferenz zwischen ausländischen Männern und Frauen deutlich geringer aus als bei deutschen Männern und Frauen: ausländische Frauen sind durchschnittlich 0,9 Jahre älter als ausländische Männer, deutsche Frauen sind 2,5 Jahre älter als deutsche Männer (Tab. 4).

Die Bevölkerungsstatistik enthält auch Angaben zum Familienstand. Im Jahr 2017 waren in der Altersgruppe der über 20jährigen 41,3 % ledig und 40,8 % verheiratet. Frauen waren seltener ledig als Männer (37,0 % zu 45,8 %) und deutlich häufiger verwitwet (10,3 % zu 2,8 %). Letzteres ist auch darauf zurückzuführen, dass die Lebenserwartung von Frauen in Berlin um etwa fünf Jahre höher liegt als für Männer (Tab. 5, 6).

Die Zahl der Eheschließungen war in Berlin lange Zeit rückläufig und hatte sich in den letzten Jahren bei 13-14 Tausend pro Jahr stabilisiert. 2017 war wiederum ein Rückgang von mehr als 1 000 Fälle auf 12 686 Fälle zu verzeichnen. Zugleich ist die Zahl der Ehescheidungen um 183 auf 6 070 zurückgegangen. Etwa jede dritte Ehe wird geschieden (Tab. 7).

Die Entscheidung für eine eheliche Bindung fällt tendenziell immer später im Leben: Das durchschnittliche Heiratsalter lediger Frauen lag 2017 bei 33,3 Jahren; Berliner Männer waren bei ihrer ersten Heirat im Schnitt bereits 35,7 Jahre alt (Tab. 7). Der Anteil der Geburten, bei denen die Eltern nicht verheiratet waren, blieb in den letzten Jahren relativ konstant (2017: 48,7 %). Hingegen ist der Anteil der Geburten, bei denen mindestens ein Elternteil keine deutsche Staatsangehörigkeit besaß, stetig gestiegen und lag 2017 bei 39,6 %. (Tab. 8).

< GRAFIK >

2018 waren den Angaben des Einwohnerregisters zufolge 80 % der Berliner Bevölkerung deutsche Staatsangehörige. Der Frauenanteil in der deutschen Bevölkerung war etwas höher als der in der ausländischen Bevölkerung (51,3 % bzw. 47,5 %). Vor 25 Jahren betrug diese Differenz noch mehr als 7 Prozentpunkte. Zwischenzeitlich hatten sich die Quoten tendenziell angeglichen; seit 2012 ist die Zahl der ausländischen Männer allerdings jährlich stärker gestiegen als die der ausländischen Frauen. Die Frauenquote der deutschen Bevölkerung blieb in den letzten Jahren hingegen nahezu konstant (Tab. 10).

Etwa zwei Drittel der Ausländerinnen und Ausländer kamen aus europäischen Staaten, davon über die Hälfte aus der Europäischen Union. Mit Abstand am stärksten vertreten war das Herkunftsland Türkei (13,2 %), gefolgt von Polen (7,8 %). Bei den meisten ausländischen Bevölkerungsgruppen überwog der Anteil der Männer leicht. Bei den russischen bzw. vietnamesischen Staatsangehörigen hingegen stellten Frauen mit 60,6 % bzw. 56,8 % 2018 die Mehrheit (Tab. 13).

Im Einwohnerregister werden die Bevölkerungszahlen auch nach dem Migrationshintergrund unterschieden. Demnach hatten Ende 2018 34,1 % der Berliner Bürgerinnen und Bürger einen Migrationshintergrund; darunter 48,7 % Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Einwohner/innen mit Migrationshintergrund um 69 918 auf 1,28 Millionen erhöht (+ 1,6 Prozentpunkte). In der Altersgruppe der unter 18jährigen hatte rund die Hälfte der Bevölkerung einen Migrationshintergrund (Tab. 10, 11).

Im Bezirk Mitte hatte 2018 über die Hälfte (53,3 %) der Einwohnerinnen und Einwohner einen Migrationshintergrund; in den Bezirken Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf waren es zwischen 46 % und 42 %. Für die Altersgruppe der unter 18jährigen ergaben sich in Mitte und Neukölln sogar Quoten von 74 % und 70 %. (Tab. 12).

Hinweis: Nach dem Zensus 2011 waren die Bevölkerungszahlen für die Jahre 2011 bis 2013 neu zu berechnen. Die Ergebnisse der Rückrechnung können dem Report 2015 entnommen werden.

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