Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2017

EINKOMMEN

2. Lebensunterhalt

Mit der positiven Entwicklung am Berliner Arbeitsmarkt seit Mitte der 2000er Jahre nahm der Anteil von Personen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich aus Erwerbstätigkeit bestreiten, zu. 2016 war für 49,1 % der männlichen und 42,5 % der weiblichen Bevölkerung insgesamt Erwerbstätigkeit die Hauptquelle des Lebensunterhalts.

Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wirkt sich auch auf den Anteil derjenigen aus, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich aus Transferzahlungen (Arbeitslosengeld I, Leistungen nach SGB II, Sozialhilfe) bestreiten. Bei den Männern im erwerbsfähigen Alter (15 bis 65 Jahre) waren das im Jahr 2016 12,6 % und bei den Frauen 11,7 %. Für Deutsche ohne Migrationshintergrund spielt diese Quelle des Lebensunterhalts eine geringere Rolle. 9,2 % der erwerbsfähigen weiblichen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund gab Transferleistungen als Hauptquelle des Lebensunterhalts an, bei den Deutschen mit Migrationshintergrund waren es 13,1 % und bei den Ausländerinnen und Ausländern 21,3 %. Nur bei den Ausländerinnen und Ausländern ist der Frauenanteil hierbei größer als der Männeranteil. Bei Deutschen ohne und mit Migrationshintergrund ist es umgekehrt.

Erhöht hat sich in den letzten beiden Dekaden der Anteil von Renten und Pensionen als Haupteinkommensquelle. 2016 bestritten 23,2 % der weiblichen und 18,3 % der männlichen Bevölkerung ihren Lebensunterhalt vor allem aus Renten und Pensionen. Das war ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Ähnliche Größenordnungen weisen die Anteile für Unterhalt durch Angehörige auf. Dabei handelt es sich weit überwiegend um Personen im Alter von unter 25 Jahren, die meist noch in der Ausbildung sind. Darüber hinaus sind für etwas mehr Frauen als Männer Einkünfte von Angehörigen die Hauptquelle des Lebensunterhalts. Statistisch ist die Bedeutung dieser Kategorie in mittleren und höheren Altersgruppen jedoch relativ gering.

< GRAFIK >

Für ausländische Frauen wird der Unterhalt in höherem Maße durch Angehörige gesichert als für deutsche Frauen, aber auch hier sind die Quoten stark rückläufig. Während im Jahr 2000 noch 41,7 % der weiblichen Ausländerinnen vom Einkommen Familienangehöriger lebten, waren es im Jahr 2016 29,6 %. Bei der weiblichen deutschen Bevölkerung betrug dieser Anteil 16,3 %.

Mit steigender beruflicher Qualifikation nimmt die Bedeutung der Erwerbstätigkeit als Quelle des überwiegenden Lebensunterhalts zu. Sie ist für die Bevölkerung mit Hoch- und Fachschulabschluss am höchsten und lag 2016 für beide Geschlechter bei 69 % (Bevölkerung im Alter ab 25 Jahren).

Der weitaus größte Teil der Beziehenden von Arbeitslosengeld gehört zur Gruppe der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die zum Lebensunterhalt eine Grundsicherung beziehen (ALG II inkl. Sozialgeld). Der Mikrozensus 2016 weist eine gegenüber dem Vorjahr stark gesunkene Zahl von rund 273,3 Tausend Personen aus, die ihren Lebensunterhalt überwiegend auf dieser Grundlage bestritten; der Frauenanteil betrug 48,7 %.

Demgegenüber erhielt nur eine vergleichsweise geringe Zahl von rund 32,3 Tausend Personen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (ALG I). Der Frauenanteil betrug hier 42,1 % und hat sich damit weiter verringert.

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