Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2016

EINKOMMEN

2. Lebensunterhalt

Mit der positiven Entwicklung am Berliner Arbeitsmarkt seit Mitte der 2000er Jahre nahm der Anteil von Personen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich aus Erwerbstätigkeit bestreiten, zu. 2015 war für 47,4 % der männlichen und 40,3 % der weiblichen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 bis 65 Jahre) Erwerbstätigkeit die Hauptquelle des Lebensunterhalts.

Ein weiterhin erheblicher Teil der Bevölkerung bezieht seinen Lebensunterhalt hauptsächlich aus Transferzahlungen (Arbeitslosengeld I, Leistungen nach SGB II, Sozialhilfe). Bei den Männern waren das im Jahr 2015 13,1 % und bei den Frauen 11,0 %. Für Deutsche ohne Migrationshintergrund spielt diese Quelle des Lebensunterhalts eine geringere Rolle. Für 7,7 % von ihnen sind Transferleistungen die Hauptquelle des Lebensunterhalts, bei den Deutschen mit Migrationshintergrund sind es 18,7 % und bei den Ausländern/-innen 25,6 %. Nur bei den Ausländern/-innen ist der Frauenanteil hierbei größer als der Männeranteil. Bei Deutschen ohne und mit Migrationshintergrund ist es umgekehrt.

Erhöht hat sich in den letzten beiden Dekaden der Anteil von Renten und Pensionen als Haupteinkommensquelle. 2015 bestritten 24,3 % der Frauen und 19,2 % der Männer ihre Lebenshaltung vor allem durch Einkünfte aus Renten und Pensionen. Das war ein leichter Anstieg gegenüber dem Vorjahr.

Ähnliche Größenordnungen weisen die Anteile für Unterhalt durch Angehörige auf. Dabei handelt es sich weit überwiegend um Personen im Alter von unter 25 Jahren, die meist noch in der Ausbildung sind. Darüber hinaus sind für mehr Frauen als Männer Einkünfte von Angehörigen die Hauptquelle des Lebensunterhalts. Statistisch ist die Bedeutung dieser Kategorie in mittleren und höheren Altersgruppen jedoch gering.

< GRAFIK >

Für ausländische Frauen wird der Unterhalt in höherem Maße durch Angehörige gesichert als für deutsche Frauen, aber auch hier sind die Quoten stark rückläufig. Während im Jahr 2000 noch 41,7 % der ausländischen Frauen vom Einkommen Familienangehöriger (in der Regel des Ehemannes) lebten, waren es im Jahr 2015 nur noch 26,0 %. Deutsche Frauen bestritten 2015 zu 20,1 % ihren Lebensunterhalt über Angehörige.

Mit steigender beruflicher Qualifikation nimmt die Bedeutung der Erwerbstätigkeit als Quelle des überwiegenden Lebensunterhalts zu. Sie ist für die Bevölkerung mit Hoch- und Fachhochschulabschluss am höchsten und lag 2015 für Männer bei 69,2 % und für Frauen bei 66,9 % (Bevölkerung im Alter ab 25 Jahre).

Der weitaus größte Teil der Beziehenden von Arbeitslosengeld gehört zur Gruppe der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die zum Lebensunterhalt eine Grundsicherung beziehen (ALG II, inkl. Sozialgeld). Der Mikrozensus 2015 weist rund 346,3 Tausend Personen aus, die ihren Lebensunterhalt überwiegend auf dieser Grundlage bestritten; der Frauenanteil betrug 46,9 %.

Demgegenüber erhielt nur eine vergleichsweise geringe Zahl von rund 35,2 Tausend Personen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (ALG I). Der Frauenanteil betrug hier 44,6 %, was einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr von 3,3 Prozentpunkten bedeutet.

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