Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2016

POLITISCHE PARTIZIPATION

Politische Partizipation

Nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2016 ist der Frauenanteil im Parlament sowie unter den Mitgliedern der Bezirksverordnetenversammlung weiter gesunken. Insofern ist die repräsentative Demokratie noch weit von gleicher Teilhabe der Frauen und Männer entfernt. Auch auf Staatssekretärsebene blieb es bei einem nur geringen Frauenanteil; gleiches gilt für die Ebene der Bezirksstadträte. An der Regierung des Landes sind dagegen erstmals mehr Frauen als Männer beteiligt.

Ergebnisse im Einzelnen:

Im September 2016 zogen in das Landesparlament 160 Abgeordnete für sechs Parteien ein; darunter waren 53 Frauen (33,1 %). Von den jeweils 27 Abgeordneten der Fraktionen der GRÜNEN und der LINKEN war gut die Hälfte Frauen; die SPD kam bei 38 Abgeordneten auf einen Frauenanteil von rund 40 %. Die CDU schickten nur vier, die AfD drei und die FDP zwei Frauen ins Parlament; die Quoten liegen bei 13 %, 12 % und 17 %.

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Der Berliner Landesregierung gehörten nach der Wahl 2016 neben dem Regierenden Bürgermeister sechs Senatorinnen und vier Senatoren an. Zu deren Unterstützung waren 16 Staatssekretäre und (nur) neun Staatssekretärinnen eingesetzt (36 %).

Gleichzeitig mit der Wahl zum Abgeordnetenhaus fanden in Berlin die Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen statt. Von den insgesamt 660 gewählten Mitgliedern waren 260 Frauen (39 %). Unter den Bezirksverordneten der SPD, der LINKEN und der GRÜNEN hielt sich die Anzahl der Frauen und Männer die Waage. Für die CDU lag der Frauenanteil nur bei rund 32 %, für die FDP bei 21 % und die AfD bildete das Schlusslicht mit 16 %.

Auf kommunaler Ebene wurden sieben Bezirksbürgermeister und fünf Bezirksbürgermeisterinnen ernannt sowie 34 Bezirksstadträte und 14 Bezirksstadträtinnen (29,2 %).

Im Rahmen der repräsentativen Wahlstatistik werden die Stimmabgaben für die Parteien und die Wahlbeteiligung nach dem Alter sowie dem Geschlecht der Wählenden untersucht. Dabei zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Stimmabgabe für eine Partei und dem Geschlecht der Wählenden: Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2016 gaben Frauen häufiger als Männer ihre Stimme der SPD, der CDU und den GRÜNEN und Männer deutlich häufiger als Frauen vor allem der AfD (18 % zu 11 %).

Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 konnte vor allem die CDU mehr Stimmen von Frauen als von Männern auf sich vereinen (31,1 % zu 26,7 %).

Ein ebenfalls deutlicher Zusammenhang besteht zum Teil zwischen der Parteipräferenz und dem Alter der Wählerinnen und Wähler. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2016 lag die Zustimmung zur CDU in der Altersgruppe „70 plus“ deutlich über und bei den 18- bis 45-Jährigen deutlich unter dem Durchschnitt. Bei der SPD ergab sich nur für die Altersgruppe „70 plus“ ein höherer Anteil. Die GRÜNEN erhielten den meisten Zuspruch von den 18- bis unter 45-Jährigen. Die AfD konnte von der männlichen Bevölkerung im Alter von 45 bis unter 70 Jahren über 20 % aller Stimmen auf sich vereinigen (Frauen 13 %).

Auch die Wahlbeteiligung variierte je nach Alter und Geschlecht der Wählenden. Generell steigt die Wahlbeteiligung mit dem Alter. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2016 war sie in der Altersgruppe der 21- bis unter 25-Jährigen mit 54 % am geringsten und unter den über 40-Jährigen mit 70 und mehr Prozent am höchsten. Die Wahlbeteiligung der Frauen war in nahezu allen Altersstufen höher als die der Männer.

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