Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2016

BILDUNG

1. Schul- und Berufsbildung

Von der Berliner Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter verfügten 2015 relativ mehr Frauen als Männer über die Hochschulreife (48 % zu 45 %) sowie über einen Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss (32 % zu 30 %).In jüngeren Jahren war der Vorsprung der Frauen noch deutlicher: Unter den 25- bis 35-Jährigen waren 65 % der Frauen und 58 % der Männer mit Hochschulreife und unter den 25- bis 45-Jährigen 37 % der Frauen und 33 % der Männer mit Hochschulabschluss.

Mädchen sind heute an allgemeinbildenden Schulen insgesamt erfolgreicher als Jungen: Sie durchlaufen den jeweiligen Bildungsgang in kürzerer Zeit, erwerben früher und häufiger die Hochschul- bzw. Fachhochschulreife und bleiben am Ende ihrer Schulzeit seltener ohne Abschluss.

< GRAFIK >

Der Vorsprung der Mädchen im Bereich der allgemeinen Schulbildung zeigt sich einerseits in ihrem hohen Anteil in der Sekundarstufe II von 53 % (Schuljahr 2015/2016). Zum anderen hatten von den Schülerinnen, die im Schuljahr 2014/2015 aus der allgemeinbildenden Schule bzw. einem der Schulzweige entlassen wurden, 53 % die Hochschulreife erzielt; für Schüler lag dieser Anteil nur bei 42 %.

Der Ausländeranteil in den allgemeinbildenden Schulen Berlins war viele Jahre rückläufig und blieb 2015/2016 mit 13 % auf dem Niveau der Vorjahre. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache (Deutsche und Ausländer/-innen) hat sich hingegen auch 2015/2016 weiter auf 36 % erhöht. An Gymnasien stellte diese Gruppe ein Viertel der Schülerschaft; auch hier sind die Mädchen in der Mehrheit (55 %).

Im Schuljahr 2015/2016 besuchten rund 87 000 junge Frauen und Männer berufliche Schulen; die Frauenquote lag insgesamt bei 49 %. In gut einem Fünftel der Fälle handelte es sich um Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache; die Hälfte davon waren ausländische Staatsangehörige.

Die Berufsausbildung erfolgte überwiegend im dualen System und zwar für Männer häufiger als für Frauen (61 % zu 49 %); weitere 16 % bzw. 19 % entfielen auf Berufsfachschulen. Frauen besuchten zudem in hohem Maße Fachschulen (18 %), die überwiegend für Erziehungs- und Sozialarbeitsberufe ausbilden (Männer 9 %). Weitgehend von Frauen in Anspruch genommen wird die Ausbildung an Stätten des Gesundheitswesens, die nicht zu den beruflichen Schulen gehören; der Frauenanteil liegt hier bei 72 %.

Für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache hat die Ausbildung im dualen System ein geringeres Gewicht als für die deutscher Herkunftssprache (48 % zu 56 %); hier liegt ein weiterer Schwerpunkt bei den Berufsfachschulen (28 % zu 18 %) und für Frauen zudem bei Fachschulen (14 %).

An den Berufsschulen (duales System) spiegeln sich die Unterschiede der Schülerinnen und Schüler im Berufsfeld der Klassen: Rund die Hälfte der jungen Frauen wurde für Berufe im Bereich Wirtschaft und Verwaltung ausgebildet; weitere Schwerpunkte lagen bei Gesundheit, Ernährung und Hauswirtschaft sowie Körperpflege (38 %). Bei den jungen Männern standen technische Berufe in den Bereichen Metall-, Elektro-, Bau- und Holztechnik im Vordergrund (44 %), gefolgt von Wirtschaft und Verwaltung (30 %).

Die jungen Frauen und Männer absolvierten ihre Ausbildung jeweils überwiegend im Bereich Industrie und Handel (52 % bzw. 62 %). Für Männer entfiel knapp ein weiteres Drittel auf das Handwerk; für Frauen waren neben dem Handwerk (15 %) auch die freien Berufe von Bedeutung (23 %); davon lagen 72 % im Zuständigkeitsbereich der Ärzte- und Zahnärztekammern.

Von den Auszubildenden verfügten 41 % der Frauen und 31 % der Männer über die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife. Weitere 51 % bzw. 57 % hatten einen mittleren Abschluss bzw. den erweiterten Hauptschulabschluss; für Auszubildende mit ausländischer Staatsangehörigkeit ergaben sich dafür Anteile von 61 % bzw. 59 %.

Exkurs: Personal an Berliner Schulen

In den Berliner allgemeinbildenden und beruflichen Schulen waren im Januar 2016 insgesamt 75 % des pädagogischen Personals Frauen. Fast die Hälfte war an Grundschulen tätig; der Frauenanteil betrug hier 85 %. Das männliche Personal verteilte sich dagegen gleichmäßiger auf die vier großen Schularten.

Trotz des insgesamt hohen Frauenanteils beim Personal an Schulen hatte die Quote im Leitungsbereich erstmals im Schuljahr 2010/2011 die 50 %-Marke überschritten. 2016 waren Leitungspositionen in allen Schularten mindestens zur Hälfte mit Frauen besetzt. Für Schulleitungen und deren Vertretungen überwiegt jedoch nur an Grund- und Förderschulen die Zahl der Frauen. An beruflichen Schulen und zentral verwalteten Schulen, an Gymnasien und an integrierten Sekundarschulen lagen die Anteile im Durchschnitt erst bei 39 %, 42 % bzw. 46 %.

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