Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2016

DEMOGRAFIE

1. Bevölkerung

Die Berliner Bevölkerungszahl lag Ende 2015 bei rund 3,52 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Das waren rund 50  Tausend Personen mehr als im Vorjahr (+ 1,4 %). Der Anstieg resultierte aus einem Wanderungsgewinn von rund 41 Tausend Personen und einem Geburtenüberschuss von rund 3 700 Kindern.

Der Wanderungsgewinn beruht auf dem Zuwachs von rund 47 Tausend Personen; hierbei handelt es sich ausschließlich um ausländische Staatsangehörige (davon ein Viertel aus Syrien); für die deutsche Bevölkerung wurde ein Rückgang von rund 6 000 Personen ermittelt, der vor allem auf Abwanderungen ins Land Brandenburg zurückzuführen ist.

Im Jahr 2015 wurden in Berlin 38 030 Kinder geboren, das waren 662 mehr als im Vorjahr. Seit 2005 übersteigt die Zahl der Geborenen die der Verstorbenen. 2015 führte das zu einem Bevölkerungsgewinn von rund 3 700 Personen. Berlin ist zurzeit neben Hamburg das einzige Bundesland, das einen Geburtenüberschuss ausweist.

85 % der Berliner Bevölkerung sind deutsche Staatsangehörige. Der Anteil der Bevölkerung mit ausländischer Staatsbürgerschaft hat sich um 1,2 Prozentpunkte auf 15,5 % erhöht.

Zwei Drittel der Ausländerinnen und Ausländer kommen aus europäischen Staaten, davon über die Hälfte aus Staaten der Europäischen Union. Am stärksten sind die Herkunftsländer Polen, Bulgarien und Italien vertreten, und aus dem übrigen Europa bildet die türkische Bevölkerung die mit Abstand größte Ausländergruppe (14 %), gefolgt von Serbien und der Russischen Föderation (je 3 %).

Deutsche Staatsangehörige sind zu 64 % im erwerbsfähigen Alter (15 – 65 Jahre); für ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger liegt der Anteil bei 83 %.

Die Bevölkerungsstatistik enthält auch Angaben zum Familienstand. 2015 waren 40 % der Bevölkerung im Alter von 20 und mehr Jahren ledig und 42 % verheiratet. Unter Frauen ist der Anteil der Ledigen geringer als unter Männern (36 % zu 45 %) und ( aufgrund der höheren Lebenserwartung von derzeit etwa fünf Jahren) der Anteil der Verwitweten größer (11 % zu 3 %).

Im Jahr 2015 wurden wieder mehr Ehen geschlossen als im Vorjahr (13 759); die Zahl der Ehescheidungen blieb auf dem Niveau von 2014 (6 427). Die Scheidungsziffer ist weiterhin hoch; sie lag 2015 bundesweit bei 34,7 %, d. h., mehr als jede dritte Ehe wird wieder geschieden. Auch das Heiratsalter blieb auf dem hohen Niveau der letzten Jahre; Frauen waren bei ihrer ersten Heirat 33 Jahre und Männer 35 Jahre alt.

Weiterhin hoch ist auch der Anteil von Geburten, bei denen die Eltern nicht verheiratet waren (50 %). Für Geburten, bei denen mindestens ein Elternteil ausländische/r Staatsbürger/-bürgerin ist, stieg die Ziffer um zwei Punkte auf 37 %.

< GRAFIK >

Im Einwohnerregister werden die Bevölkerungszahlen auch nach dem Migrationshintergrund unterschieden.

Ende 2016 war nahezu ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger in Berlin Migrantinnen und Migranten; ihre Zahl erhöhte sich um rund 74 000 auf 1,15 Millionen; der Anteil stieg um gut einen Punkt auf 31 %. In der Altersgruppe der unter 18-Jährigen hatte nahezu die Hälfte der Bevölkerung einen Migrationshintergrund; hierbei handelt es sich überwiegend um Kinder und Jugendliche mit deutscher Staatsangehörigkeit (eine Folge der seit 2000 bestehenden Optionsregelung für Kinder ausländischer Eltern). Migrantinnen und Migranten im höheren Alter sind ganz überwiegend ausländische Staatsbürgerinnen und -bürger.

Im Bezirk Mitte hat bereits die Hälfte der Bevölkerung einen Migrationshintergrund; in den Bezirken Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf sind es zwischen 40 % und 44 %. In diesen Bezirken kommen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ganz überwiegend aus Familien mit Migrationshintergrund; die Spitzen liegen in den Bezirken Mitte und Neukölln mit Quoten von 73 % bzw. 68 %.

Hinweis: Nach dem Zensus 2011 waren die Bevölkerungszahlen für die Jahre 2011 bis 2013 neu zu berechnen. Die Ergebnisse der Rückrechnung können dem Report 2015 entnommen werden.

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