Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2019

DEMOGRAFIE

1. Bevölkerung

Das Bevölkerungswachstum in Berlin hält an, zugleich wird die Stadt insgesamt jünger und vielfältiger. In der älteren Generation überwiegt weiterhin deutlich die Zahl der Frauen.

Ende 2019 lebten rund 3,67 Millionen Menschen in Berlin, darunter waren rund 1,87 Millionen Frauen (51 %). In der Altersgruppe der unter 65-Jährigen ist das Zahlenverhältnis zwischen Frauen und Männern weitgehend ausgeglichen. Im höheren Alter überwiegt deutlich die Zahl der Frauen: In der Gruppe der 65 bis unter 75-Jährigen liegt ihr Anteil bei 54 %, steigt dann bei den 75 bis 85-Jährigen auf 57 % und den über 85-Jährigen auf 67 %. (Tab. 1, 4)

Das Durchschnittsalter der Berliner Frauen liegt mit 43,8 Jahren um 2,4 Jahre über dem der Männer (2019=41,4 Jahre). Ausländische Staatsangehörige waren im Schnitt acht Jahre jünger (35,9) als deutsche Staatsangehörige (44,2). Auch die Altersdifferenz zwischen Männern und Frauen ist hier geringer; sie liegt noch unter einem Jahr. (Tab. 4)

2018 wuchs die Bevölkerung in Berlin um 32 Tausend und 2019 um weitere 24 Tausend Personen. Der Anstieg war nicht mehr ganz so stark wie in den Vorjahren (+ 0,9 % bzw. + 0,7 %). Er resultierte zum einen aus einem Geburtenüberschuss von 4 303 (2018) und 4 764 (2019) Personen, zum anderen aus einem Wanderungsgewinn von 29 bzw. 23 Tausend Personen. (Tab. 1, 2)

Der Wanderungsgewinn beruhte ausschließlich auf dem Zuzug von Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (+ 41 bzw. + 36 Tausend). Dem stand, wie in den Vorjahren, ein Rückgang der Zahl der Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit gegenüber (– 12 bzw. – 13 Tausend). (Tab. 2)

Seit 2007 übersteigt in Berlin die Zahl der Geborenen die der Verstorbenen (Geburtenüberschuss). 2018 und 2019 waren in Berlin erneut hohe Geburtenzahlen von jeweils rd. 40 Tausend Kindern zu verzeichnen. Die Geburtenziffer lag 2019 mit 1,4 Kindern pro Frau leicht unter der der Vorjahre; sie fiel für Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit geringer aus (1,3) als für Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit (1,7). (Tab. 2)

Die Bevölkerungsstatistik enthält auch Angaben zum Familienstand. Im Jahr 2019 waren in der Altersgruppe der über 20-Jährigen 42 % ledig und 40 % verheiratet. Männer waren zu 47 % ledig, Frauen zu 38 %. Bei den Frauen war vor allem der Anteil der Verwitweten höher als bei den Männern (10 % zu 3 %), was im Zusammenhang mit ihrer etwa fünf Jahre höheren Lebenserwartung steht. Es waren aber auch anteilig mehr Frauen als Männer geschieden (13 % zu 9 %). (Tab. 5, 6)

Die Zahl der Eheschließungen, die in Berlin lange Zeit rückläufig war, stieg seit 2010 wieder an. Zusammen mit den gleichgeschlechtlichen Eheschließungen, die seit Oktober 2017 Bestandteil sind, wurden 2018 und 2019 mit 15,7 Tausend bzw. 14,6 Tausend Fällen das Niveau von 2000 wieder erreicht. Die Zahl der Ehescheidungen war in den letzten Jahren etwa gleich hoch, sie lag 2019 bei 5 900.

Die Entscheidung für eine eheliche Bindung fällt tendenziell immer später im Leben: Das durchschnittliche Heiratsalter lediger Frauen stieg 2019 weiter leicht auf 34 Jahre und das der Männer auf 37 Jahre. (Tab. 7)

Der Anteil der Geburten, bei denen die Eltern nicht verheiratet waren, war in den letzten drei Jahren rückläufig und lag 2019 bei 47 %. Der Anteil der Geburten, bei denen mindestens ein Elternteil keine deutsche Staatsangehörigkeit besaß, ist weiter gestiegen auf 42 %. (Tab. 8)

< GRAFIK >

2019 waren den Angaben des Einwohnerregisters zufolge 79 % der Berliner Einwohner deutsche Staatsangehörige; bei den Deutschen war der Frauenanteil etwas höher als bei den ausländischen Staatsangehörigen (51 % zu 48 %). Vor 25 Jahren betrug diese Differenz noch mehr als 7 Prozentpunkte. Zwischenzeitlich hatten sich die Quoten tendenziell angeglichen, wobei die Frauenquote der Deutschen in den letzten Jahren nahezu gleichblieb. (Tab. 10)

Etwa zwei Drittel der Ausländerinnen und Ausländer kamen aus europäischen Staaten, darunter 58 % aus der Europäischen Union (2019). Darunter hat das Herkunftsland Polen mit 20 % den größten Anteil. Unter den übrigen europäischen Staaten bilden Bürgerinnen und Bürger mit türkischer Staatsangehörigkeit mit 20 % gemessen an Europa insgesamt die größte Gruppe. Einen weiteren größeren Teil der Ausländerinnen und Ausländer bildeten Angehörige asiatischer Staaten (22 %). In der ausländischen Bevölkerung waren Männer meist leicht in der Mehrzahl. Eine Ausnahme bildeten die Staatsangehörigen aus der russischen Föderation bzw. aus Vietnam; hier stellten die Frauen mit 60 % bzw. 57 % die Mehrheit. (Tab. 13)

Im Einwohnerregister wird auch nach dem Migrationshintergrund der Einwohnerinnen und Einwohner unterschieden. Demnach sind 35 % der Berlinerinnen und Berliner Deutsche mit Migrationshintergrund bzw. ausländische Staatsbürger (2019). In der Altersgruppe der unter 18-Jährigen lag deren Anteil bei 51 %. Seit 2015 ist die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund um 23 % gestiegen, während die Zahl derer ohne Migrationshintergrund leicht zurückging (– 3 %). (Tab. 10, 11)

Im Bezirk Mitte hatten 54 % der Einwohnerinnen und Einwohner einen Migrationshintergrund; in den Bezirken Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf lagen die Anteile zwischen 47 % und 43 %. Für die Altersgruppe der unter 18-Jährigen ergaben sich in Mitte und Neukölln sogar Quoten von 74 % bzw. 70 %. (Tab. 12)

Hinweis: Nach dem Zensus 2011 waren die Bevölkerungszahlen für die Jahre 2011 bis 2013 neu zu berechnen. Die Ergebnisse der Rückrechnung können dem Report 2015 entnommen werden.

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