Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2017

EINKOMMEN

1. Einkommen und Verdienste

In den letzten Jahren sind die durchschnittlichen Einkommen (ohne Differenzierung nach Einkommensart) für beide Geschlechter gestiegen. 2016 war das wiederum der Fall. Dennoch ist die Einkommenssituation für Männer nach wie vor deutlich besser als für Frauen. Nach Daten des Mikrozensus hatten in den mittleren Altersgruppen (35 bis 55 Jahre) 59,0 % der Männer, aber nur 48,2 % der Frauen ein Nettoeinkommen von über 1 500 Euro monatlich (2016). Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern. In den Altersgruppen der über 55-Jährigen befanden sich 48,8 % der männlichen und 34,8 % der weiblichen Bevölkerung in der Einkommenskategorie von mehr als 1 500 Euro monatlich. Der Anteil von Personen mit einem Einkommen von mehr als 1 500 Euro im Monat ist bei beiden Geschlechtern im Vergleich zum Vorjahr abermals gestiegen. Mehr als 2 600 Euro monatliches Nettoeinkommen hatten 2016 14,4 % der Männer und 6,8 % der Frauen.

Die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede der Erwerbstätigen entsprechen in etwa denen der Gesamtbevölkerung. Im unteren Bereich mit einem monatlichen Nettoeinkommen von bis zu 1 100 Euro lagen laut Mikrozensus 2016 24,1 % der erwerbstätigen Frauen sowie 19,2 % der erwerbstätigen Männer. Bei beiden Geschlechtern ist dieser Anteil erneut gegenüber dem Vorjahr gesunken. Höhere Einkommen von über 2 000 Euro erzielten 40,2 % der erwerbstätigen Männer und 28,9 % der erwerbstätigen Frauen. In dieser Kategorie ist der Anteil bei beiden Geschlechtern erneut gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Ebenfalls deutlich sind die geschlechtsspezifischen Differenzen beim durchschnittlichen Bruttoverdienst der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Hier kommt vor allem zum Tragen, dass Frauen häufiger in Branchen mit geringerem Durchschnittseinkommen tätig sind und dort vielfach auch in Berufen oder Positionen, die geringer entlohnt werden.

Insgesamt verdienten sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen 2016 durchschnittlich 2 780 Euro im Monat und lagen damit um 19,6 % unter den Monatsverdiensten der Männer mit 3 457 Euro. Neben der geringeren Entlohnung wirkt sich hier die stärkere Verbreitung von Teilzeitarbeit unter Frauen aus. Besonders große geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es bei den Sonderzahlungen. Diese sind für Frauen im Durchschnitt auf das Jahr bezogen um 34,6 % geringer als für Männer; in der am höchsten bezahlten Leistungsgruppe I sogar um 48,8 %.

Der geschlechtsspezifische Verdienstabstand bei den durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten betrug 2016 für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 11,9 %. In den höheren Einkommenskategorien ist dieser Verdienstabstand größer als in den unteren. Während er in der höchsten Einkommensgruppe 17,3 % beträgt, sind es in den untersten Einkommensgruppen nur rund 2 %. Hinzu kommt, dass 14,7 % der männlichen, aber nur 9,5 % der weiblichen Beschäftigten zur Leistungsgruppe 1 (höchste Einkommensgruppe) gehörten.

< GRAFIK >

Die Höhe der Durchschnittseinkommen unterscheidet sich erheblich nach Branchen und Wirtschaftsbereichen. So verdienten 2016 die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Wirtschaftsbereichen Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie Energieversorgung durchschnittlich zwischen 49 000 und mehr als 64 000 Euro brutto pro Jahr. In den Bereichen Gesundheit, Soziales, Erziehung und Unterricht sowie Dienstleistungen und Handel lagen die Verdienste dagegen im Durchschnitt nur zwischen 33 000 und 44 000 Euro; Schlusslicht war das Gastgewerbe mit lediglich rund 20 800 Euro. In allen Branchen sind die durchschnittlichen Jahreseinkommen gegenüber dem Vorjahr angestiegen.

Frauen sind vor allem in den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie Erziehung und Unterricht dominierend. Vergleichsweise gering ist ihr Anteil in den Branchen mit hohen Durchschnittsverdiensten. Eine Ausnahme bildet der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit einem Frauenanteil von 58,1 %. Aber auch hier verdienten Frauen ca. 15,5 % pro Stunde, 22,6 % pro Monat bzw. Jahr und 34,6 % bei den jährlichen Sonderzahlungen weniger als Männer (2016).

Die höchsten branchenspezifischen Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen sind bei den freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen zu verzeichnen. In diesem Wirtschaftsbereich verdienten Frauen 2016 knapp 24,1 % pro Stunde und knapp 28,9 % pro Monat bzw. Jahr weniger als Männer. Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in Branchen mit hohem Einkommensniveau größer als in Branchen mit niedrigem Einkommensniveau. So lagen die Bruttostundenverdienste von Frauen im Bereich der freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie der Energieversorgung um rund ein Viertel unter denen der Männer, während sie im Gastgewerbe nur um rund 7,5 % unter denen der Männer lagen. In zwei Wirtschaftsbereichen verdienten Frauen 2016 durchschnittlich etwas mehr pro Stunde als Männer: Verkehr und Lagerei sowie Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung.

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