Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2019

ERWERBSLEBEN

2. Arbeitszeit

Die Mehrheit der Erwerbstätigen in Berlin ist vollzeitbeschäftigt, jedoch nimmt die Bedeutung von Teilzeitarbeit zu. Im Jahr 2019 betrug laut Mikrozensus der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen bei den Frauen 36,6 % und bei den Männern 18,8 % (alle Arten von Erwerbstätigkeit inkl. Selbständige, Beamte/-innen u.a.). Besonders ausgeprägt ist Teilzeitbeschäftigung bei ausländischen Erwerbstätigen. 2019 waren 42,4 % der ausländischen Frauen und 23,8 % der ausländischen Männer in Teilzeit erwerbstätig.(Tab. 1)

Auch unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat die Anzahl der Teilzeitbeschäftigten seit 2000 stetig zugenommen. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ist ihr Anteil zwischen 2000 und 2019 von 17,9 % auf 33,6 % gestiegen. Mit einem Anteil von 65,6 % im Jahr 2019 stellen Frauen nach wie vor die Mehrheit sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Teilzeit. (Tab. 6) Die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Umfang der Erwerbsarbeit sind mitverantwortlich für die Unterschiede bei den Monats- bzw. Jahresverdiensten von Frauen und Männern.

Laut Mikrozensus ist Teilzeiterwerbstätigkeit für Männer vor allem in jüngeren Jahren von Bedeutung: In der Altersgruppe der 15 bis unter 25-Jährigen waren 41,1 % der männlichen Erwerbstätigen teilzeitbeschäftigt, bei den 25 bis unter 35-Jährigen waren es mit 20,5 % wesentlich weniger (2019). Die Teilzeitquote der erwerbstätigen Frauen ist über die Lebensspanne hoch. Sie lag in allen Altersgruppen teils deutlich über 30 % und hatte ihren Höhepunkt in der Gruppe der 15 bis unter 25-Jährigen mit 51,4 % und der 35 bis unter 45-Jährigen mit 39,2 %. Am geringsten war die Teilzeitquote der 45 bis unter 55-jährigen Männer mit 12 % (2019). (Tab. 2)

< GRAFIK >

Bei beiden Geschlechtern ist kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Anteil der Teilzeitbeschäftigung und dem beruflichen Qualifikationsniveau erkennbar. Auch bei Personen mit akademischer Bildung ist die Teilzeitquote der Frauen signifikant höher als die der Männer. In der Gruppe der Personen ohne Berufsausbildung findet sich, ebenfalls bei beiden Geschlechtern, ein hoher Anteil an Teilzeitbeschäftigung, der jedoch stark durch in Ausbildung/Studium befindliche oder einen Ausbildungs- bzw. Studienplatz suchende Personen beeinflusst wird. (Tab. 3)

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen spielt unfreiwillige Teilzeitarbeit in Berlin eine relevante Rolle. Keine Vollzeitstelle gefunden zu haben wurde 2019 von 11,3 % der Frauen und 16,3 % der Männer als Grund für Teilzeitarbeit genannt, das waren deutlich weniger als im Jahr davor. Auch Aus- und Fortbildung wird häufig mit Teilzeitarbeit verbunden. Das war im Jahr 2019 bei jeweils 15,3 % der in Teilzeit arbeitenden Frauen und 24,7 % der in Teilzeit arbeitenden Männern der Fall.

Die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen spielt nur bei Frauen eine relevante Rolle als Grund für Teilzeitarbeit. 20,5 % der Frauen gab Betreuung von Kindern bzw. pflegebedürftigen Angehörigen als Grund für den reduzierten Stundenumfang an, bei den Männern waren es nur 5,3 %. (Tab. 4)

Zwischen 2000 und 2019 haben sich die individuellen Wochenarbeitszeiten wenig diversifiziert. Die Anteile der Erwerbstätigen mit Wochenarbeitszeiten unter 10 Stunden sind relativ konstant geblieben. Der Anteil der Erwerbstätigen mit Arbeitszeiten von 10 bis unter 21 Wochenstunden ist angestiegen. Sie haben sich zwischen 2000 und 2019 für Männer von 6,1 % auf 9,6 % und für Frauen von 13,4 % auf 14,4 % erhöht. Im Vergleich zum Jahr 2000 arbeiten 2019 etwas mehr Frauen in Vollzeit, und etwas weniger Frauen in Teilzeit. Bei Männern ist der gleiche Trend zu erkennen. In den Gruppen mit längeren Arbeitszeiten sind Frauen in geringerem Maße vertreten. Der Anteil derjenigen mit wöchentlichen Arbeitszeiten von mehr als 41 Stunden lag bei den Frauen 2019 bei 8,7 %, während er bei den Männern 15,1 % betrug.

Generell lässt sich feststellen: je höher die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit, desto geringer der Frauenanteil. In der Gruppe der Erwerbstätigen mit einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 41 und mehr Stunden betrug 2019 der Frauenanteil 34,3 %, in der Gruppe mit wöchentlichen Arbeitszeiten von 10 bis unter 21 Stunden betrug der Frauenanteil 57,6 %. (Tab. 5)

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