Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2014

BILDUNG

1. Schul- und Berufsbildung

Von der  Berliner Gesamtbevölkerung  im erwerbsfähigen Alter hatten 2013 relativ mehr Frauen als Männer die  Hochschulreife  (45,6 % zu 43,5 %). Beim  Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss  lagen sie mit einem Anteil von 29,5 % mit den Männern (29,1 %) in etwa gleich auf. Für die jüngere Bevölkerung ergaben sich jedoch deutliche Unterschiede: in der Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen verfügten 2013 sogar 62 % der Frauen und nur 56 % der Männer über die Hochschulreife. Auch war der Anteil derjenigen mit Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss in der Altersgruppe der 25- bis unter 45-Jährigen bei den Frauen mit 33,6 % etwas höher als bei den Männern mit 31,4 %.

Mädchen sind heute an  allgemeinbildenden Schulen  insgesamt erfolgreicher als Jungen: Sie durchlaufen den jeweiligen Bildungsgang in kürzerer Zeit, erwerben früher und häufiger die Hochschul- bzw. Fachhochschulreife und bleiben am Ende ihrer Schulzeit seltener ohne Abschluss.

< GRAFIK >

Der Vorsprung der Mädchen im Bereich der allgemeinen Schulbildung zeigt sich einerseits in ihrem hohen Anteil an  Gymnasien  von 53,2 % (Schuljahr 2013/14). Zum anderen hatten von den Schülerinnen, die in diesem Schuljahr aus der allgemeinbildenden Schule bzw. einem der Schulzweige entlassen wurden, 49,1 % die  Hochschulreife  erzielt; für Schüler lag dieser Anteil nur bei 41,5 %.

Der  Ausländeranteil  in den allgemeinbildenden Schulen Berlins ist seit einigen Jahren rückläufig und lag zuletzt bei 12,5 %; der Anteil der  Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache  (Deutsche und Ausländer/-innen) hat sich hingegen laufend auf 33,9 % im Schuljahr 2013/14 erhöht. An Gymnasien stellte diese Gruppe 22,6 % der Schülerschaft. Auch hier sind die Mädchen in der Mehrheit (Anteil 55 % in der Mittel- und Oberstufe).

Im Schuljahr 2013/14 besuchten 88 082 junge Frauen und Männer  berufliche Schulen ; die Frauenquote lag insgesamt bei 48,5 %. In 20,1 % der Fälle handelte es sich um Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache; die Hälfte davon waren ausländische Staatsangehörige.

Die Berufsausbildung erfolgte überwiegend im  dualen System  und zwar für Männer häufiger als für Frauen (62,5 % zu 52,5 %); jeweils weitere 20 % entfielen auf Berufsfachschulen. Frauen besuchten zudem in höherem Maße  Fachschulen  als Männer und damit eine Schulart, die überwiegend für Erziehungs- und Sozialarbeitsberufe ausbildet (16,3 % zu 8,2 %). Weitgehend Frauen vorbehalten ist zudem die  Ausbildung an Stätten des Gesundheitswesens . Der Frauenanteil ist hier gegenüber dem Vorjahr noch einmal leicht gestiegen auf 71,2 %.

Für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache lag neben der Ausbildung im dualen System (51,5 %) ein weiterer Schwerpunkt bei den  Berufsfachschulen  (32,5 %).

An den Berufsschulen (im dualen System) spiegeln sich die Unterschiede in der Berufswahl der Schülerinnen und Schüler: Rund die Hälfte der jungen Frauen wurde für Berufe im Bereich Wirtschaft und Verwaltung ausgebildet; weitere Schwerpunkte lagen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Hauswirtschaft sowie Körperpflege (zusammen 37 %). Bei den jungen Männern standen technische Berufe in den Bereichen Metall-, Elektro-, Bau-, Holz- und Farbtechnik im Vordergrund (46 %), gefolgt von Wirtschaft und Verwaltung (30 %).

Die jungen Frauen und Männer absolvierten ihre Ausbildung jeweils überwiegend im Bereich  Industrie und Handel  (55 % bzw. 64 %). Für Männer entfiel knapp ein weiteres Drittel auf das  Handwerk ; für Frauen waren neben dem Handwerk auch die  freien Berufe  von Bedeutung (davon 70 % im Zuständigkeitsbereich der Ärzte- und Zahnärztekammern).

Von den Auszubildenden verfügten 39,3 % der Frauen und 29,7 % der Männer 2013 über die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife, was einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Weitere 37,2 % bzw. 38,9 % hatten einen mittleren Abschluss bzw. den erweiterten Hauptschulabschluss. Bei den Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag ganz überwiegend der mittlere Abschluss bzw. der erweiterte Hauptschulabschluss vor: 61,8 % bei den Männern und 64,3 % bei den Frauen.

Exkurs: Personal an Berliner Schulen

In den Berliner allgemeinbildenden und beruflichen Schulen waren im Januar 2014 insgesamt 75,4 % des  Lehr- und Leitungspersonals  Frauen. Fast die Hälfte des weiblichen Personals war an Grundschulen tätig; der Frauenanteil betrug hier 88 %. Die männlichen Lehr- und Leitungskräfte verteilten sich dagegen gleichmäßiger auf die vier großen Schularten.

Trotz des hohen Anteils weiblicher Lehrkräfte insgesamt hatte die Frauenquote im Leitungsbereich erstmals im Schuljahr 2010/2011 die 50 %-Marke überschritten. Leitungspositionen – auch die der  Schulleitung  – sind nur an Grund- und Förderschulen überwiegend mit Frauen besetzt. An Gymnasien und den integrierten Sekundarschulen lag der Anteil der Frauen an den Schulleitungen im Januar 2014 erst bei 37 % bzw. 42,5 % und an beruflichen und zentral verwalteten Schulen (mit ebenfalls überwiegend weiblichen Lehrkräften) sogar nur bei 31 %.

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