Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2014

DEMOGRAFIE

1. Bevölkerung

Auf der Grundlage der Ergebnisse des Zensus 2011 wurde 2013 für Berlin eine  Bevölkerungszahl  von rund 3,42 Millionen ermittelt. Das waren über 47 Tausend Personen mehr als im Vorjahr. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus einem Zuzugsgewinn von rund 42 Tausend Personen, vorrangig aus dem Ausland.

Im Jahr 2013 wurden in Berlin 35 038 Kinder geboren, das waren 360 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der  Geborenen  übersteigt seit 2005 die der Verstorbenen. Das war auch 2013 der Fall und führte zu einem Bevölkerungsgewinn von 2 246 Personen.

< GRAFIK >

Seit Bekanntgabe der Ergebnisse des Zensus 2011 weist die Statistik Bevölkerungszahlen nur noch auf dieser Basis aus. Dadurch sind die Vergleichsmöglichkeiten mit den Angaben vor 2011 begrenzt. Die Umstellungsarbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Daher muss vorübergehend auf die Tabelle 4 (Familienstand der Bevölkerung im Alter von 20 und mehr Jahren nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit) verzichtet werden.

Im Jahr 2013 ist die Zahl der  Eheschließungen  gegenüber dem Vorjahr leicht um 259 Fälle auf 12 963 zurückgegangen. Die Zahl der  Scheidungen  sank um 639 Fälle auf 6 628. Insgesamt ist die Zahl der Eheschließungen seit 1991 um 28,5 % gesunken, die der Ehescheidungen um 8,4 % gestiegen, letzteres allerdings mit sinkender Tendenz seit 2005.

Das Heiratsalter ist weiterhin hoch; es lag 2013 für ledige Frauen im Durchschnitt bei 32,7 Jahren und für ledige Männer bei 35,1 Jahren. Auch ist der Anteil von  Geburten, bei denen die Eltern nicht verheiratet sind , weiter auf nun 51 % gestiegen. Ebenfalls erhöht, auf 34,8 %, hat sich zudem der Anteil der Geburten, bei denen mindestens ein Elternteil ausländische/r Staatsbürger/-bürgerin ist.

Ende 2014 verzeichnete das Einwohnerregister 573 342 ausländische Bürgerinnen und Bürger in Berlin; der Anstieg gegenüber dem Vorjahr war mit 34 613 Personen dabei ähnlich hoch wie derjenige von 2012 zu 2013. Der Ausländeranteil in Berlin erhöhte sich auf 16,1 %, der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund auf 28,6 %.

Knapp drei Viertel der ausländischen Bürgerinnen und Bürger kommen aus europäischen Staaten, davon über die Hälfte aus Staaten der Europäischen Union. Etwa ein Viertel der in Berlin lebenden Unionsbürgerinnen und -bürger sind polnische Staatsangehörige. Gut ein weiteres Viertel entfällt auf die zahlenmäßig ebenfalls stark vertretenen Nationen Italien, Bulgarien und Frankreich. In vergleichbar starker Zahl sind aus dem übrigen Europa vor allem Bürgerinnen und Bürger aus Serbien und der Russischen Föderation vertreten. Nach wie vor bildet in Berlin die türkische Bevölkerung die mit Abstand größte Ausländergruppe mit einem Anteil von 17,2 %, wobei eingebürgerte türkischstämmige Personen darin nicht enthalten sind.

Ende 2014 lebten in Berlin rund 1 017 599 Personen mit Migrationshintergrund, 18 251 mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Anteil von 28,6 % an der Berliner Bevölkerung. Diese Größenordnung gilt auch für die Stadtstaaten Bremen und Hamburg. In einigen Bezirken ist der Anteil der Migrantinnen und Migranten noch deutlich höher – insbesondere in Mitte und Neukölln, wo er bei 48 % bzw. rund 42 % liegt. Das sind Quoten, die auch für Großstädte wie Stuttgart, Frankfurt am Main oder Nürnberg charakteristisch sind.

Ebenfalls in dieser Größenordnung bewegte sich 2013 der Anteil der Migrantinnen und Migranten an der Gesamtbevölkerung im Alter von unter 18 Jahren (45,7 %). Für die Bevölkerung im Bezirk Mitte ergab sich sogar eine Quote von 73 % und auch in Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg überwog bei weitem die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (68,8 % bzw. 56,2 %).

Die sozioökonomische Lage der Migrantinnen und Migranten ist sehr unterschiedlich je nach Bildungsniveau, Erwerbsintegration und Teilnahme am öffentlichen Leben. Eine wichtige Rolle spielen in diesem Zusammenhang neben dem sozialen und kulturellen Hintergrund der Migrantinnen und Migranten auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der  jeweiligen Herkunftsregion .

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