Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2014

EINKOMMEN

1. Einkommen und Verdienste

Die Einkommenssituation ist für Männer nach wie vor deutlich besser als für Frauen. Nach Daten des Mikrozensus hatten in den mittleren Altersgruppen (35 – 55Jahre) 50,6 % der Männer, aber nur 39,3 % der Frauen  monatlich ein Nettoeinkommen von über 1 500 Euro  (2013). Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern. In den Altersgruppen der über 55-Jährigen befanden sich 43,3 % der männlichen und 28,9 % der weiblichen Bevölkerung in der Einkommenskategorie von mehr als 1 500 Euro monatlich. Der Anteil von Personen mit einem Einkommen von mehr als 1 500 im Monat ist bei beiden Geschlechtern im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede der  Erwerbstätigen  entsprechen in etwa denen der Gesamtbevölkerung. Im unteren Bereich mit einem  monatlichen Nettoeinkommen von bis zu 1 100 Euro  lagen laut Mikrozensus 2013 32,7 % der erwerbstätigen Frauen, aber nur 25,9 % der erwerbstätigen Männer. Bei beiden Geschlechtern ist dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Höhere Einkommen von über 2 000 Euro erzielten 33,2 % der Männer, aber nur 21,4 % der Frauen. In dieser Kategorie ist der Anteil bei beiden Geschlechtern gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Ebenfalls deutlich sind die Differenzen im  durchschnittlichen Bruttoverdienst  der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Hier kommt vor allem zum Tragen, dass Frauen häufiger in Branchen mit geringerem Durchschnittseinkommen tätig sind und dort vielfach auch in Berufen oder Positionen, die geringer entlohnt werden.

Insgesamt verdienten sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen 2013 durchschnittlich 2 612 Euro im Monat und lagen damit um 19,6 % unter den Monatsverdiensten der Männer mit 3 248 Euro. Neben der  geringeren Entlohnung  wirkt sich hier die stärkere Verbreitung von Teilzeitarbeit unter Frauen aus. Besonders große geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es bei den  Sonderzahlungen . Diese sind für Frauen im Durchschnitt auf das Jahr bezogen um 39,4 % geringer als für Männer; in der am höchsten bezahlten Leistungsgruppe 1 sogar um 50 %. Die Lohnlücke im engeren Sinn, das heißt die Differenz der durchschnittlichen Stundenverdienste ( Gender Pay Gap nach EU-Definition ), betrug 2013 knapp 12,9 %. Das Gender Pay Gap hat sich ebenso wie der Abstand der durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste der Frauen zu denen der Männer gegenüber dem Vorjahr um 1,6 bzw. 2,0 Prozentpunkte verringert.

In den oberen Leistungsgruppen mit höheren Einkommen sind die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern weitaus größer als in den unteren  Leistungsgruppen  mit geringeren Verdiensten. Hinzu kommt, dass 16,6 % der männlichen, aber nur 10,3 % der weiblichen Beschäftigten zur Leistungsgruppe 1 (höchste Einkommensgruppe) gehörten.

< GRAFIK >

Die Höhe der Durchschnittseinkommen unterscheidet sich erheblich nach  Branchen und Wirtschaftsbereichen . So verdienten 2013 die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Wirtschaftsbereichen Energieversorgung, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen durchschnittlich zwischen 48 000 und 54 000 Euro brutto pro Jahr. In den Bereichen Gesundheit, Soziales, Erziehung und Unterricht sowie Dienstleistungen und Handel lagen die Verdienste dagegen im Durchschnitt nur zwischen 30 000 und 38 000 Euro; Schlusslicht war das Gastgewerbe mit lediglich rund 18 000 Euro. In den Hochlohnbranchen sind die Einkommen gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich gestiegen, während sie in den Branchen mit mittleren oder niedrigen Entgelten stagnierten.

Frauen sind vor allem in den letztgenannten Wirtschaftsbereichen tätig und vergleichsweise gering ist ihr Anteil in denen mit hohen Durchschnittsverdiensten. Eine Ausnahme bildet der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit einem Frauenanteil von knapp 60 %. Aber auch hier verdienten Frauen 18,2 % pro Stunde und 24,5 % pro Monat weniger als Männer (2013).

DOWNLOADS

>  PDF | EXCEL