Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2014

ERWERBSLEBEN

1. Erwerbsbeteiligung

Die Teilnahme der Berliner Bevölkerung am Erwerbsleben findet ihren Ausdruck in der  Erwerbsquote ; diese lag 2013 im Durchschnitt der erwerbsfähigen Bevölkerung (15 – 65 Jahre) für Männer bei 80,5 % und für Frauen bei 72,6 %. Von 2000 bis etwa 2005 sank die Erwerbsquote, bei Männern stärker als bei Frauen. Danach war ein moderater, aber stetiger Anstieg zu verzeichnen, der bis jetzt anhält. Die Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung ist im mittleren Alter (35 – 45 Jahre) am höchsten: 2013 lagen die Erwerbsquoten für Männer dieser Altersgruppe bei 91,5 % und für Frauen bei 82,9 %.

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Bedingt durch den Anstieg der Erwerbslosigkeit seit 1991 war der Anteil der tatsächlich erwerbstätigen Bevölkerung – erfasst in der Erwerbstätigenquote – bis etwa 2005 erheblich gesunken. Diese  Erwerbstätigenquote  hat sich in den letzten Jahren wieder spürbar erhöht und betrug 2013 für die männliche Bevölkerung 71,1 % und 65,9 % für die weibliche Bevölkerung. Während bei den Frauen das Niveau vom Beginn der 1990er Jahre wieder erreicht wurde, ist das bei den Männern noch nicht der Fall.

In Berlin sind  Frauen mit Kindern  in der Mehrzahl erwerbstätig: bei Ehepaaren mit Kindern unter 18 Jahren standen in 56,9% der Fälle beide Partner im Beruf; für Lebensgemeinschaften lag die Quote bei 72,1 % (2013). Die Erwerbsbeteiligung von verheirateten Müttern ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, während die Erwerbsbeteiligung von Müttern in Lebensgemeinschaften leicht gestiegen ist. Alleinerziehende waren zu 64,7 % erwerbstätig. Auch diese Quote ist gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen. 91 % der erwerbstätigen Alleinerziehenden waren Frauen.

Mit steigender Kinderzahl wächst auch der Anteil der Familien, in denen nur  ein Elternteil berufstätig  ist. Aber erst bei Paaren mit drei und mehr Kindern wandelt sich das Bild grundlegend. In mehr als der Hälfte dieser Familien ist nur ein Partner erwerbstätig – in der Regel der Mann.

Insbesondere seit Beginn der 2000er Jahre wird ein  Wandel in der Struktur der Erwerbsverhältnisse  deutlich. So ist zum einen die Zahl der befristeten Arbeitsverträge für abhängig Erwerbstätige bis 2010 kräftig gestiegen. 2011 setzte zum ersten Mal ein leichter Rückgang ein, der sich 2012 fortgesetzt hat. 2013 war jedoch wieder ein Anstieg zu verzeichnen. 13 % der abhängig erwerbstätigen Männer und 12,5 % der abhängig erwerbstätigen Frauen hatten befristete Arbeitsverträge.

Weiter gestiegen ist die Zahl geringfügig Beschäftigter. Im Jahr 2013 waren einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes zufolge 140 Tausend Personen in Berlin geringfügig beschäftigt; 52,9 % davon waren Frauen.

Kontinuierlich stieg zwischen 1991 und 2012 auch die Zahl der selbständig Erwerbstätigen. Sie hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt. Obwohl der Anstieg bei den Frauen stärker war als bei den Männern, sind weitaus mehr Männer selbständig erwerbstätig. 2013 ist die Zahl selbständig Erwerbstätiger bei den Männern erstmals leicht gesunken, während sie bei den Frauen weiter angestiegen ist. Der Frauenanteil hat 2013 mit 36,6 % einen vorläufigen Höchststand erreicht.

Berlinerinnen und Berliner mit  Migrationshintergrund  nehmen in geringerem Maß am Erwerbsleben teil als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Insbesondere die Erwerbstätigenquote, also der Anteil derjenigen, die aktuell erwerbstätig oder in Ausbildung sind, ist bei Migrantinnen und Migranten erheblich geringer: So ergab sich für die Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren bei Deutschen ohne Migrationshintergrund im Jahr 2013 eine Erwerbstätigenquote von 73,3 %, bei Deutschen mit Migrationshintergrund von 55 % und bei Ausländern von 55,1 %. Der Einfluss des Migrationsstatus auf die Erwerbsbeteiligung ist bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern. Vor allem in mittleren Altersgruppen ist die Geschlechterdifferenz in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund relativ hoch.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist die Hauptform der Erwerbstätigkeit und Fundament des sozialen Sicherungssystems. Seit 2005 steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wieder an, nachdem sie zuvor gesunken war. In Berlin sind mehr Frauen als Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 2013 betrug der Frauenanteil 51,3 %. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil Teilzeitbeschäftigter kontinuierlich an, während der Anteil Vollzeitbeschäftigter stetig zurückging. 2013 arbeiteten 39,8 % der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen und 18,3 % der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer in Teilzeit.

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