Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

DEMOGRAFIE

2. Lebensformen

Seit langem ist ein bedeutender Wandel in den Lebensformen der Menschen zu beobachten. Dazu gehört zum einen der Trend zu kleineren Haushalten, der in Großstädten besonders ausgeprägt ist. Anfang der 90er Jahre lebte die Berliner Bevölkerung noch überwiegend in Mehrpersonenhaushalten (55 %), 2014 handelte es sich bei den insgesamt 2 Millionen Haushalten mehrheitlich um Einpersonenhaushalte (54 %); bundesweit ergab sich ein Anteil von 41 %.

Die Zahl der alleinlebenden Frauen und Männer in Berlin ist etwa gleich groß; deutlich unterscheidet sich jedoch die Altersstruktur: Von den alleinlebenden Frauen sind 37 % 65 Jahre und älter; von den Männern sind es nur 15 %. Ein großer Teil der alleinlebenden Männer ist im Alter zwischen 35 und 55 Jahren (39 %); für Frauen ist der Anteil nur etwa halb so hoch (21 %).

< GRAFIK >

Neben dem Anstieg der Zahl Alleinlebender haben sich auch Größe und Zusammensetzung der Mehrpersonenhaushalte geändert. Während zu Beginn der 90er Jahre noch in 46 % dieser Haushalte drei und mehr Personen lebten, traf das 2014 nur noch auf 38 % zu. Zum anderen war ein Rückgang der Zahl der Haushalte mit Kindern festzustellen. 1991 lebten in 43 % der Mehrpersonenaushalte minderjährige Kinder; 2014 waren es nur noch 37 % der Haushalte.

Auch die Familienformen haben sich gewandelt: 1991 waren in Familien mit minderjährigen Kindern noch 71 % der Eltern verheiratet, 2014 traf das nur noch auf gut die Hälfte der Familien zu (52 %). 16 % der Elternpaare bildeten eine Lebensgemeinschaft und 32 % waren Alleinerziehende. In Familien mit einem Kind waren nahezu genauso viele Eltern alleinerziehend wie verheiratet (39 % zu 42 %).

90 % der Alleinerziehenden (mit Kindern unter 18 Jahren) sind Frauen, und der Anteil steigt mit der Kinderzahl: bei einem Kind liegt er bei 87 % und bei zwei und mehr Kindern bei 97 %. In Haushalten Alleinerziehender sowie in Haushalten nicht verheirateter Paare leben im Durchschnitt weniger Kinder (je 1,4 Kinder) als in Haushalten verheirateter Paare (1,7 Kinder).

Die Veränderungen in den Lebensformen sind in Großstädten wie Berlin besonders ausgeprägt; bundesweit waren 2014 69 % der Eltern mit minderjährigen Kindern verheiratet und 20 % alleinerziehend.

Haushalte mit bzw. ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich deutlich hinsichtlich Größe, Zusammensetzung und Familienform. Dies ist u. a. auf den höheren Anteil von jüngeren Personen in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund zurückzuführen. In Migrantenhaushalten (mit und ohne deutsche Staatsbürgerschaft der Bezugsperson) überwiegen die Mehrpersonenhaushalte (55 % zu 44 %). Auch handelt es sich überwiegend um Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren (55 % zu 32 %) und auch die Zahl der Kinder in diesen Familien ist höher (1,8 zu 1,5 Kinder). In Migrantenhaushalten waren die Eltern zudem überwiegend verheiratet (71 % zu 48 %), aber auch der Anteil Alleinerziehender ist mit 21 % beachtlich hoch.

2015 ist im Auftrag der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen eine Sonderauswertung mit dem Titel „Lebensformen in Berlin und Deutschland im Wandel“ durch das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erstellt worden, die Ausmaß und Einfluss dieser Änderungen auf das Leben von Frauen und Männern eingehender untersucht. Der Link zur Studie ist auf der Startseite des Gender-Datenreports hinterlegt.

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