Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

EINKOMMEN

2. Lebensunterhalt

Mit dem Rückgang der Erwerbstätigenquote seit Anfang der 1990er Jahre hatte auch die Erwerbstätigkeit als Quelle des Lebensunterhalts vorübergehend erheblich an Bedeutung verloren.

Laut Mikrozensus war zwischen 1991 und 2005 vor allem für Männer der Anteil der Erwerbstätigkeit als Einkommensquelle deutlich gesunken, und zwar von 55,6 % auf 42,6 %; dies konnte durch den Anstieg in den Folgejahren bis 2014 (46,9 %) noch nicht wieder aufgeholt werden. Im Unterschied dazu hat sich der Anteil der Frauen, die ihren Lebensunterhalt hauptsächlich durch Erwerbstätigkeit sichern, in diesem Zeitraum nur wenig verändert und lag 2014 mit 40,4 % nur knapp unter dem Niveau vom Beginn der 1990er Jahre.

Ein erheblicher Teil der Bevölkerung bezieht seinen Lebensunterhalt hauptsächlich aus Transferzahlungen (Arbeitslosengeld I, Leistungen nach SGB II, Sozialhilfe). Bei den Männern waren das im Jahr 2014 13,3 % und bei den Frauen 11,6 %. Für Deutsche ohne Migrationshintergrund spielt diese Quelle des Lebensunterhalts eine geringere Rolle.

Erhöht hat sich in den letzten beiden Dekaden der Anteil von Renten und Pensionen als Haupteinkommensquelle. 2014 setzte sich dieser Trend jedoch nicht fort. In diesem Jahr bestritten 23,8 % der Frauen und 18,8 % der Männer ihren Lebensunterhalt vor allem durch Altersbezüge – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr.

Ähnliche Größenordnungen weisen die Anteile für Unterhalt durch Angehörige auf. Dabei handelt es sich weit überwiegend um Personen im Alter von unter 25 Jahren, die meist noch in der Ausbildung sind. Darüber hinaus sind für mehr Frauen als Männer Einkünfte von Angehörigen die Hauptquelle des Lebensunterhalts. Statistisch ist die Bedeutung dieser Kategorie in mittleren und höheren Altersgruppen jedoch gering.

< GRAFIK >

Für ausländische Frauen wird der Unterhalt in höherem Maße durch Angehörige gesichert als für deutsche Frauen, aber auch hier sind die Quoten stark rückläufig. Während 1991 noch 50,1 % der ausländischen Frauen vom Einkommen Familienangehöriger (in der Regel des Ehemannes) lebten, waren es im Jahr 2014 nur noch 26,0 %; für deutsche Frauen ging der Anteil zwischen 1991 und 2014 von 25 % auf 19,7 % zurück (insgesamt im Durchschnitt aller Altersgruppen).

Mit steigender beruflicher Qualifikation nimmt die Bedeutung der Erwerbstätigkeit als Quelle des überwiegenden Lebensunterhalts zu. Sie ist für die Bevölkerung mit Hochschulabschluss am höchsten und lag 2014 für Männer bei 70,2 % und für Frauen bei 66,6 % (Bevölkerung im Alter ab 25 Jahre).

Der weitaus größte Teil der Beziehenden von Arbeitslosengeld gehört zur Gruppe der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, die zum Lebensunterhalt eine Grundsicherung beziehen (ALG II, inkl. Sozialgeld). Der Mikrozensus 2014 weist rund 350 Tausend Personen aus, die ihren Lebensunterhalt überwiegend auf dieser Grundlage bestritten; der Frauenanteil ist mit 47,0 % geringfügig gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Demgegenüber erhielt nur eine vergleichsweise geringe Zahl von rund 35,1 Tausend Personen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (ALG I). Der Frauenanteil betrug hier 47,9 %, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Korrektur März 2017

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