Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

POLITISCHE PARTIZIPATION

Politische Partizipation

Nach der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2011 waren deutlich weniger Frauen im Parlament und an der Regierung des Landes beteiligt als vorher. Unter den Mitgliedern des Abgeordnetenhauses fiel der Frauenanteil von 40 % auf 35 % und auf Staatssekretärsebene von 40 % auf 32 %. Auch die Leitungen der Ressorts waren nicht mehr paritätisch besetzt und zunächst gab es nur in einem, später in vier der zwölf Bezirke Bürgermeisterinnen.

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Im September 2011 zogen in das Landesparlament 149 Abgeordnete für fünf Parteien ein; darunter waren 52 Frauen (34,9 %). Die Fraktion der LINKEN wies mit 63,2 % den höchsten Frauenanteil aus, gefolgt von den GRÜNEN mit 55,2 % und der SPD mit 36,2 %. Unter den 39 Abgeordneten der CDU befanden sich dagegen nur sechs Frauen (15,4 %) und die Fraktion der PIRATEN schickte bei 15 Abgeordneten nur eine Frau ins Landesparlament (6,7 %).

Der Berliner Landesregierung gehörten im Januar 2016 neben dem Regierenden Bürgermeister drei Senatorinnen und fünf Senatoren an; zu deren Unterstützung waren acht Staatssekretärinnen und 15 Staatssekretäre (politische Beamtinnen und Beamte) eingesetzt.

2011 fanden in Berlin gleichzeitig die Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen statt. Von insgesamt 657 gewählten Mitgliedern waren 275 Frauen (41,9 %). Unter den Bezirksverordneten der LINKEN und der GRÜNEN überwog die Zahl der Frauen (54,7 % bzw. 52,8 %) und für die SPD lag die Quote bei 46,7 %. Den geringsten Frauenanteil wiesen die Bezirksverordneten der PIRATEN auf (17,9 %); die NPD entsandte zwei Frauen und vier Männer.

Auf kommunaler Ebene arbeiteten im Januar 2016 acht Bezirksbürgermeister und vier Bezirksbürgermeisterinnen (Frauenanteil 33,3 %) sowie 16 Bezirksstadträtinnen und 32 Bezirksstadträte (Frauenanteil 33,3 %).

Im Rahmen der repräsentativen Wahlstatistik werden die Stimmabgaben für die Parteien und die Wahlbeteiligung nach dem Alter sowie dem Geschlecht der Wählenden untersucht. Dabei zeigt sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Stimmabgabe für eine Partei und dem Geschlecht der Wählenden: Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 gaben Frauen häufiger als Männer ihre Stimme den GRÜNEN und der SPD und Männer häufiger den LINKEN und den PIRATEN.

Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 konnte vor allem die CDU mehr Stimmen von Frauen auf sich vereinen als von Männern (31,1 % zu 26,7 %).

Ein ebenfalls deutlicher Zusammenhang besteht in der Regel zwischen der Parteipräferenz und dem Alter der Wählerinnen und Wähler. So erzielten bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 die CDU ihr bestes Ergebnis in der Altersgruppe „60 plus%“ und die Linke in der Gruppe „45 plus“. Die GRÜNEN erhielten den größten Zuspruch von den 25- bis unter 45-Jährigen und die PIRATEN von den unter 35-Jährigen. Die Zustimmung zur SPD unterschied sich nur wenig nach dem Alter.

Auch die Wahlbeteiligung variierte je nach Alter und Geschlecht der Wählenden. Generell steigt die Wahlbeteiligung mit dem Alter. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 lag sie in der Altersgruppe der 21- bis unter 25-Jährigen bei 46,3 % und in der Gruppe der 60- bis unter 70-Jährigen bei 70,9 %. Die Wahlbeteiligung der Frauen war in allen Altersstufen höher als die der Männer, ausgenommen die Gruppe der über 70-Jährigen, mit dem großen Anteil „Hochbetagter“ unter den Frauen.

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