Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

BILDUNG

1. Schul- und Berufsbildung

Von der Berliner Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter hatten 2014 relativ mehr Frauen als Männer die Hochschulreife (47 % zu 44 %). Beim Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss lagen sie mit den Männern in etwa gleich auf (31 % bzw. 30 %). In der jüngeren Bevölkerung waren die Unterschiede jedoch deutlich: In der Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen verfügten 63 % der Frauen und nur 57 % der Männer über die Hochschulreife. Auch war der Anteil derjenigen mit Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss in der Altersgruppe der 25- bis unter 45-Jährigen bei den Frauen mit 72 % deutlich höher als bei den Männern mit 64 %.

Mädchen sind heute an allgemeinbildenden Schulen insgesamt erfolgreicher als Jungen: Sie durchlaufen den jeweiligen Bildungsgang in kürzerer Zeit, erwerben früher und häufiger die Hochschul- bzw. Fachhochschulreife und bleiben am Ende ihrer Schulzeit seltener ohne Abschluss.

< GRAFIK >

Der Vorsprung der Mädchen im Bereich der allgemeinen Schulbildung zeigt sich einerseits in ihrem hohen Anteil in der Sekundarstufe II von 53 % (Schuljahr 2014/15). Zum anderen hatten von den Schülerinnen, die im Schuljahr 2013/14 aus der allgemeinbildenden Schule bzw. einem der Schulzweige entlassen wurden, 52 % die Hochschulreife erzielt; für Schüler lag dieser Anteil nur bei 42 %.

Mit dem Schuljahr 2010/11 wurde die Schulart „Integrierte Sekundarschule“ eingeführt. Sie ersetzt die bestehenden „Haupt-, Real- und Gesamtschulen“, die seit dem Schuljahr 2014/15 nicht mehr existieren. Die Freien Waldorfschulen werden nun als solche ausgewiesen.

Die Berufsausbildung erfolgte überwiegend im dualen System und zwar für Männer häufiger als für Frauen (61 % zu 50 %); weitere jeweils ca. 20 % entfielen auf Berufsfachschulen. Frauen besuchten zudem in hohem Maße Fachschulen (18 %), eine Schulart, die überwiegend für Erziehungs- und Sozialarbeitsberufe ausbildet (Männer 9 %). Weitgehend von Frauen in Anspruch genommen wird eine Ausbildung an Stätten des Gesundheitswesens (die nicht zu den Berufsschulen gehören); der Frauenanteil liegt hier wie im Vorjahr bei 71 %.

Für Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache hat die Ausbildung im dualen System ein geringeres Gewicht als für die deutscher Herkunftssprache (48 % zu 58 %); dafür liegt ein weiterer Schwerpunkt bei den Berufsfachschulen (31 % zu 16 %) und für Frauen zudem bei Fachschulen (13 %).

An den Berufsschulen (im dualen System) spiegeln sich die Unterschiede der Schülerinnen und Schüler in der Berufswahl: Rund die Hälfte der jungen Frauen wurde für Berufe im Bereich Wirtschaft und Verwaltung ausgebildet; weitere Schwerpunkte lagen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Hauswirtschaft sowie Körperpflege (zusammen 37 %). Bei den jungen Männern standen technische Berufe in den Bereichen Metall-, Elektro-, Bau-, Holztechnik im Vordergrund (43 %), gefolgt von Wirtschaft und Verwaltung (30 %).

Die jungen Frauen und Männer absolvierten ihre Ausbildung jeweils überwiegend im Bereich Industrie und Handel (55 % bzw. 64 %). Für Männer entfiel knapp ein weiteres Drittel auf das Handwerk; für Frauen waren neben dem Handwerk (15 %) auch die freien Berufe von Bedeutung (22 %), davon lagen 70 % im Zuständigkeitsbereich der Ärzte- und Zahnärztekammern.

Von den Auszubildenden verfügten 39 % der Frauen und 30 % der Männer über die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife. Weitere 38 % bzw. 40 % hatten einen mittleren Abschluss bzw. den erweiterten Hauptschulabschluss. Bei den Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag ganz überwiegend der mittlere Abschluss bzw. der erweiterte Hauptschulabschluss vor: 61 % bei den Männern und 62 % bei den Frauen.

Exkurs: Personal an Berliner Schulen

In den Berliner allgemeinbildenden und beruflichen Schulen waren im Januar 2015 insgesamt 75 % des Lehr- und Leitungspersonals Frauen. Fast die Hälfte des weiblichen Personals war an Grundschulen tätig; der Frauenanteil betrug hier 87 %. Die männlichen Lehr- und Leitungskräfte verteilten sich dagegen gleichmäßiger auf die vier großen Schularten.

Trotz des hohen Anteils weiblicher Lehrkräfte insgesamt hatte die Frauenquote im Leitungsbereich erst im Schuljahr 2010/2011 erstmals die 50 %-Marke überschritten. Auch Leitungspositionen an Schulen sind mit Ausnahme der Beruflichen Schulen heute überwiegend mit Frauen besetzt. Für Schulleitungen und deren Vertretungen überwiegt jedoch nur an Grund- und Förderschulen die Zahl der Frauen. An Gymnasien und integrierten Sekundarschulen ergaben sich nur Quoten zwischen 40 % und 46 % und an beruflichen und zentral verwalteten Schulen (mit ebenfalls überwiegend weiblichen Lehrkräften) sogar nur von 31 % bzw. 46 %.

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