Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

DEMOGRAFIE

1. Bevölkerung

Auf der Grundlage der Ergebnisse des Zensus 2011 wurde 2014 für Berlin eine Bevölkerungszahl von rund 3,47 Millionen ermittelt. Das waren über 48 Tausend Personen mehr als im Vorjahr. Der Anstieg resultierte hauptsächlich aus einem Zuzugsgewinn von rund 37 Tausend Personen, vorrangig aus dem Ausland (97 %).

Im Jahr 2014 wurden in Berlin 37 368 Kinder geboren, das waren 2 330 (!) mehr als im Vorjahr. Seit 2005 übersteigt die Zahl der Geborenen die der Verstorbenen. Das galt 2014 aufgrund der hohen Geburtenzahl in besonderem Maße und führte zu einem Bevölkerungsgewinn von 5 054 Personen.

< GRAFIK >

Von der Berliner Bevölkerung insgesamt sind 68 % im erwerbsfähigen Alter (15 – 65 Jahre); für Bürger und Bürgerinnen mit ausländischer Staatsangehörigkeit liegt die Quote bei 82 %. Der Ausländeranteil hat sich auch 2014 weiter erhöht; er stieg in den letzten drei Jahren von 11,9 % auf 14,3 %. Am höchsten ist die Quote in der Altersgruppe von 25 – 45 Jahren (22 %).

Die Bevölkerungsstatistik liefert auch Angaben zum Familienstand. Im Alter von 20 und mehr Jahren waren 42 % der Bevölkerung verheiratet, 40 % ledig und 12 % geschieden. Unter den Frauen war der Anteil der Verheirateten geringer als unter den Männern (40 % zu 43 %), da aufgrund ihrer höheren Lebenserwartung von derzeit etwa fünf Jahren ein größerer Teil bereits verwitwet war (11 % zu 3 %).

Im Jahr 2014 wurden 13 373 Ehen geschlossen, das sind erstmals wieder deutlich mehr Ehen als in den Vorjahren. Zugleich ist die Zahl der Ehescheidungen seit 2011 rückläufig und sank 2014 weiter um 223 auf 6 405. Die Scheidungsziffer ist aber weiterhin hoch; sie lag 2014 bundesweit bei 35,4 %, d. h., mehr als jede dritte Ehe wird wieder geschieden.

Auch das Heiratsalter blieb auf hohem Niveau; es lag 2014 für ledige Frauen im Durchschnitt bei 32,5 Jahren und für ledige Männer bei 35,1 Jahren. Weiterhin hoch ist auch der Anteil von Geburten, bei denen die Eltern nicht verheiratet waren (51 %). Bei gut einem Drittel der Geburten ist mindestens ein Elternteil ausländische/r Staatsbürger/-bürgerin (34,6 %).

Die Daten des Einwohnerregisters ermöglichen die Unterscheidung der Bevölkerung nach Staatsangehörigkeiten sowie nach dem Migrationshintergrund:

70 % der ausländischen Bürgerinnen und Bürger kommen aus europäischen Staaten, davon über die Hälfte aus Staaten der Europäischen Union. Gut ein Fünftel der in Berlin lebenden Unionsbürgerinnen und -bürger sind polnische Staatsangehörige, weitere rund 20 % entfallen zu etwa gleichen Teilen auf Italien und Bulgarien, gefolgt von Frankreich, Großbritannien und Kroatien. In vergleichbar starker Zahl sind aus dem übrigen Europa vor allem Bürgerinnen und Bürger aus Serbien und der Russischen Föderation vertreten. Nach wie vor bildet in Berlin aber die türkische Bevölkerung die mit Abstand größte Ausländergruppe; ihr Anteil ist jedoch weiter von 17,2 % auf 15,8 % zurückgegangen.

Ende 2015 waren von den 3,6 Millionen Bürgerinnen und Bürgern in Berlin rund eine Million Migrantinnen und Migranten; das sind etwa 60 500 mehr als 2014. Der Anteil an der Bevölkerung erhöhte sich insgesamt von 29 % auf 30 %. In der Altersgruppe der unter 18-Jährigen hat nahezu die Hälfte der Bevölkerung einen Migrationshintergrund (47 %); darunter überwiegt die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit deutscher Staatsangehörigkeit – eine Folge der seit 2000 bestehenden Optionsregelung für Kinder ausländischer Eltern. Migrantinnen und Migranten im höheren Alter sind ganz überwiegend ausländische Staatsbürgerinnen und -bürger.

Ebenfalls in der Größenordnung von 40 und mehr Prozent bewegte sich der Anteil der Migrantinnen und Migranten an der Bevölkerung in einigen Bezirken Berlins. Das galt vor allem in den Bezirken Mitte (49 %), Neukölln (43 %), Friedrichshain-Kreuzberg (40 %) und Charlottenburg-Wilmersdorf (38 %). Für die Bevölkerung im Alter von unter 18 Jahren ergaben sich in den Bezirken Mitte und Neukölln sogar Quoten von 73 % bzw. 69 %, und auch in Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg überwog die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund (59 % bzw. 57 %).

Hinweis: Mit dem Zensus 2011 waren die Bevölkerungszahlen für die Jahre 2011 bis 2013 neu zu berechnen. Die Arbeiten sind jetzt abgeschlossen und die Tabellen 1, 2 und 5 wurden für diese Jahre in den vorliegenden Bericht mit aufgenommen.

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