Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

EINKOMMEN

1. Einkommen und Verdienste

In den letzten Jahren sind die durchschnittlichen Einkommen für beide Geschlechter gestiegen. Dennoch ist die Einkommenssituation für Männer nach wie vor deutlich besser als für Frauen. Nach Daten des Mikrozensus hatten in den mittleren Altersgruppen (35 – 55 Jahre) 51,3 % der Männer, aber nur 41,5 % der Frauen ein Nettoeinkommen von über 1500 Euro monatlich(2014). Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Einkommensdifferenz zwischen den Geschlechtern. In den Altersgruppen der über 55-Jährigen befanden sich 43,5 % der männlichen und 30,5 % der weiblichen Bevölkerung in der Einkommenskategorie von mehr als 1 500 Euro monatlich. Der Anteil von Personen mit einem Einkommen von mehr als 1 500 im Monat ist bei beiden Geschlechtern im Vergleich zum Vorjahr abermals gestiegen. Mehr als 2 600 Euro monatliches Nettoeinkommen hatten 14,5 % der Männer und 5,5 % der Frauen.

Die geschlechtsspezifischen Einkommensunterschiede der Erwerbstätigen entsprechen in etwa denen der Gesamtbevölkerung. Im unteren Bereich mit einem monatlichen Nettoeinkommen von bis zu 1100 Euro lagen laut Mikrozensus 2014 28,7 % der erwerbstätigen Frauen, aber nur 23,4 % der erwerbstätigen Männer. Bei beiden Geschlechtern ist dieser Anteil gegenüber dem Vorjahr gesunken. Höhere Einkommen von über 2 000 Euro erzielten 34,8 % der Männer, aber nur 23,5 % der Frauen. In dieser Kategorie ist der Anteil bei beiden Geschlechtern gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Ebenfalls deutlich sind die Differenzen beim durchschnittlichen Bruttoverdienst der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Hier kommt vor allem zum Tragen, dass Frauen häufiger in Branchen mit geringerem Durchschnittseinkommen tätig sind und dort vielfach auch in Berufen oder Positionen, die geringer entlohnt werden.

Insgesamt verdienten sozialversicherungspflichtig beschäftigte Frauen 2014 durchschnittlich 2 671 Euro im Monat und lagen damit um 18,7 % unter den Monatsverdiensten der Männer mit 3 286 Euro. Neben der geringeren Entlohnung wirkt sich hier die stärkere Verbreitung von Teilzeitarbeit unter Frauen aus. Besonders große geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es bei den Sonderzahlungen. Diese sind für Frauen im Durchschnitt auf das Jahr bezogen um 40,4 % geringer als für Männer; in der am höchsten bezahlten Leistungsgruppe I sogar um 58,8 %. Die Lohnlücke im engeren Sinn, das heißt die Differenz der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste (Gender Pay Gap nach EU-Definition), betrug 2014 11,5 % für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Der Gender Pay Gap ist in den höheren Einkommenskategorien größer als in den unteren. Während er in der höchsten Einkommensgruppe 19 % beträgt, sind es in den untersten Einkommensgruppen nur rund 2 %. Der Gender Pay Gap in den oberen Einkommensgruppen ist leicht angestiegen, in den unteren dagegen hat es sich leicht verringert. Hinzu kommt, dass 14,8 % der männlichen, aber nur 9,4 % der weiblichen Beschäftigten zur Leistungsgruppe 1 (höchste Einkommensgruppe) gehörten.

< GRAFIK >

Die Höhe der Durchschnittseinkommen unterscheidet sich erheblich nach Branchen und Wirtschaftsbereichen. So verdienten 2014 die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Wirtschaftsbereichen Energieversorgung, Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen durchschnittlich zwischen 47 000 und 58 000 Euro brutto pro Jahr. In den Bereichen Gesundheit, Soziales, Erziehung und Unterricht sowie Dienstleistungen und Handel lagen die Verdienste dagegen im Durchschnitt nur zwischen 31 000 und 39 000 Euro; Schlusslicht war das Gastgewerbe mit lediglich rund 18 500 Euro. In den Hochlohnbranchen sind die Einkommen gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich gestiegen, während sie in den Branchen mit mittleren oder niedrigen Entgelten stagnierten.

Frauen sind vor allem in den Bereichen Gesundheit und Soziales sowie Erziehung und Unterricht dominierend. Vergleichsweise gering ist ihr Anteil an den Branchen mit hohen Durchschnittsverdiensten. Eine Ausnahme bildet der Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit einem Frauenanteil von knapp 59 %. Aber auch hier verdienten Frauen ca. 15 % pro Stunde und 22 % pro Monat bzw. Jahr und 36,2 % bei den jährlichen Sonderzahlungen weniger als Männer (2014).

Die höchsten branchenspezifischen Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen sind bei den freiberuflichen wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen zu verzeichnen. In diesem Wirtschaftsbereich verdienten Frauen 2014 knapp 26 % pro Stunde, knapp 31 % pro Monat bzw. Jahr weniger als Männer. Der einzige Wirtschaftsbereich, in dem Frauen durchschnittlich etwas mehr verdienten als Männer, ist der Bereich Wasserversorgung; Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen.

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