Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

ERWERBSLEBEN

1. Erwerbsbeteiligung

Die Teilnahme der Berliner Bevölkerung am Erwerbsleben findet ihren Ausdruck in der Erwerbsquote; diese lag 2014 im Durchschnitt der erwerbsfähigen Bevölkerung (15 – 65 Jahre) für Männer bei 80,1 % und für Frauen bei 73,0 %. Von 1991 bis etwa 2005 sank die Erwerbsquote, bei Männern stärker als bei Frauen. Danach war ein moderater, aber stetiger, Anstieg zu verzeichnen. Die Erwerbsbeteiligung der Bevölkerung ist im mittleren Alter (35 – 45 Jahre) am höchsten: 2014 lagen die Erwerbsquoten für Männer dieser Altersgruppe bei 92,5 % und für Frauen bei 83,2 %.

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Bedingt durch den Anstieg der Erwerbslosigkeit seit 1991 war der Anteil der tatsächlich erwerbstätigen Bevölkerung – erfasst in der Erwerbstätigenquote (Erwerbsquote minus Erwerbslosenquote) – bis etwa 2005 erheblich gesunken. Diese Erwerbstätigenquote hat sich in den letzten Jahren wieder spürbar erhöht und betrug 2014 für die männliche Bevölkerung 71,1 % und 66,7 % für die weibliche Bevölkerung. Während bei den Frauen d as Niveau vom Beginn der 1990er Jahre wieder erreicht wurde, ist das bei den Männern noch nicht der Fall. Die Erwerbstätigenquote der Frauen ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die der Männer ist gleichgeblieben.

In Berlin sind Frauen mit Kindern in der Mehrzahl erwerbstätig: bei Ehepaaren mit Kindern unter 18 Jahren standen 2014 in 57,7 % der Fälle beide Partner im Beruf; für Lebensgemeinschaften lag die Quote bei 70,8 %. Die Erwerbsbeteiligung von verheirateten Müttern ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, während die Erwerbsbeteiligung von Müttern in Lebensgemeinschaften leicht gesunken ist. Alleinerziehende waren zu 65,4 % erwerbstätig. Diese Quote ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Rund 89 % der erwerbstätigen Alleinerziehenden waren Frauen.

Mit steigender Kinderzahl wächst auch der Anteil der Familien, in denen nur ein Elternteil berufstätig ist. Aber erst bei Paaren mit drei und mehr Kindern wandelt sich das Bild grundlegend. In 46 % dieser Familien ist nur ein Partner erwerbstätig – in der Regel der Mann.

Insbesondere seit Beginn der 2000er Jahre wird ein Wandel in der Struktur der Erwerbsverhältnisse deutlich. So ist zum einen die Zahl der befristeten Arbeitsverträge für abhängig Erwerbstätige bis 2010 kräftig gestiegen. 2011 setzte zum ersten Mal ein leichter Rückgang ein, der sich 2012 fortgesetzte. 2013 war dann wieder ein Anstieg und 2014 ein leichter Rückgang der Fälle zu verzeichnen. 11,5 % der abhängig erwerbstätigen Männer und 11,1 % der abhängig erwerbstätigen Frauen hatten 2014 befristete Arbeitsverträge.

Etwas zurückgegangen ist die Zahl geringfügig Beschäftigter. Im Jahr 2014 waren einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamtes zufolge 130,5 Tausend Personen in Berlin geringfügig beschäftigt; 54,3 % davon waren Frauen.

Kontinuierlich stieg zwischen 1991 und 2012 auch die Zahl der selbständig Erwerbstätigen. Sie hat sich in dieser Zeit mehr als verdoppelt. Obwohl der Anstieg bei den Frauen stärker war als bei den Männern, sind weitaus mehr Männer selbständig erwerbstätig. 2013 und 2014 lag die Zahl selbständig Erwerbstätiger bei den Männern erstmalig unter derjenigen der Vorjahre, während sie bei den Frauen weiter angestiegen ist. Der Frauenanteil hat 2014 mit 36,9 % einen vorläufigen Höchststand erreicht.

Berlinerinnen und Berliner mit Migrationshintergrund nehmen in geringerem Maß am Erwerbsleben teil als die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Insbesondere die Erwerbstätigenquote, also der Anteil derjenigen, die aktuell erwerbstätig oder in Ausbildung sind, ist bei Migrantinnen und Migranten erheblich geringer: So ergab sich für die Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 65 Jahren bei Deutschen ohne Migrationshintergrund im Jahr 2014 eine Erwerbstätigenquote von 74,0 %, bei Deutschen mit Migrationshintergrund von 56,4 % und bei Ausländerinnen und Ausländern von 55,2 %. Der Einfluss des Migrationsstatus auf die Erwerbsbeteiligung ist bei Frauen stärker ausgeprägt als bei Männern. Vor allem in mittleren Altersgruppen ist die Geschlechterdifferenz in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund relativ hoch. Insgesamt ergibt sich eine Differenz bei Deutschen ohne Migrationshintergrund von 1,7, bei Deutschen mit Migrationshintergrund von 5,7 und bei Ausländerinnen und Ausländern von 15,5 Prozentpunkten.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist die Hauptform der Erwerbstätigkeit und Fundament des sozialen Sicherungssystems. Seit 2005 steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wieder an, nachdem sie zuvor gesunken war. In Berlin sind mehr Frauen als Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. 2014 betrug der Frauenanteil 51,1 %. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil Teilzeitbeschäftigter kontinuierlich an, während der Anteil Vollzeitbeschäftigter stetig zurückging. Dieser Trend hat sich 2014 fortgesetzt: 40,8 % der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen und 19,4 % der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer arbeiteten in Teilzeit.

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