Amt für Statistik Berlin - Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

ERWERBSLEBEN

2. Arbeitszeit

Die Mehrheit der Erwerbstätigen in Berlin ist vollzeitbeschäftigt, jedoch nimmt die Bedeutung von Teilzeitarbeit seit längerem zu. Im Jahr 2014 betrug laut Mikrozensus der Anteil der Teilzeiterwerbstätigen 36,8 % bei den Frauen und 19,0 % bei den Männern (alle Arten von Erwerbstätigkeit inkl. Selbständige, Beamte u.a.). Besonders ausgeprägt ist Teilzeitbeschäftigung unter Erwerbstätigen mit Migrationshintergrund (Deutsche mit Migrationshintergrund und Ausländer/-innen): 44,5 % bei den Frauen und 27,4 % bei den Männern.

Auch unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hat die Zahl der Teilzeitbeschäftigten seit den 1990er Jahren stetig zugenommen. Zwischen 2000 und 2014 ist ihr Anteil von 17,9 % auf 30,3 % gestiegen. Mit 69 % stellen Frauen nach wie vor die Mehrheit sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Teilzeit. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Umfang der Erwerbsarbeit sind mitverantwortlich für die Unterschiede bei den Monats- bzw. Jahresverdiensten von Frauen und Männern.

< GRAFIK >

Teilzeiterwerbstätigkeit ist für Männer vor allem in jüngeren Jahren von Bedeutung: In der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen waren 2014 knapp 31 % der Männer teilzeitbeschäftigt, bei den 25- bis 35-Jährigen war es etwa jeder vierte. Die Teilzeitquote der erwerbstätigen Frauen variiert weniger mit dem Alter. Sie lag in allen Altersgruppen bei jeweils deutlich über 30 % und hat ihren Höhepunkt in der Gruppe der 35- bis 45-Jährigen mit 42,8 %. Am geringsten ist die Teilzeitquote bei den 45- bis 55-jährigen Männern (13,4 %).

Bei beiden Geschlechtern ist kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Anteil der Teilzeitbeschäftigung und dem beruflichen Qualifikationsniveau erkennbar. Jedoch arbeiten Frauen mit Hoch- und Fachschulabschlüssen etwas häufiger in Vollzeit als Frauen mit Berufsausbildung. Auffallend ist jedoch andererseits der Anstieg des Teilzeitanteils bei Personen mit Hochschulabschluss, insbesondere bei den Frauen. 30,6 % der Frauen mit Fachhochschulabschluss und 32 % derer mit Hochschulabschluss hatten 2014 Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse. In der Gruppe der Personen ohne Berufsausbildung findet sich – ebenfalls bei beiden Geschlechtern – ein hoher Anteil an Teilzeitbeschäftigung, der jedoch stark durch in Ausbildung befindliche oder einen Ausbildungs- bzw. Studienplatz suchende Personen beeinflusst wird. Auch bei den Männern ist die Teilzeitquote bei Hochschulabsolventen mit 18,3 % relativ hoch. Dies deutet auf einen Einfluss der spezifischen Beschäftigungsverhältnisse für Graduierte an den Hochschulen hin.

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen spielt unfreiwillige Teilzeitarbeit in Berlin eine große Rolle. Keine Vollzeitstelle gefunden zu haben wurde 2014 von 22,7 % der Frauen und 31,0 % der Männer als Grund für Teilzeitarbeit genannt. Auch Aus- und Fortbildung wird häufig mit Teilzeitarbeit verbunden. Das war im Jahr 2014 bei jeweils 12,8 % der in Teilzeit arbeitenden Frauen und 22,3 % der Männer der Fall. Die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen spielt nur bei Frauen eine Rolle als Grund für Teilzeitarbeit. 16,7 % der Frauen geben Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen als Grund an. Bei den Männern ist diese Antwortoption statistisch nicht nachweisbar. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind wiederum sowohl für Frauen als auch für Männer ein wichtiger Grund für Teilzeiterwerbstätigkeit.

Zwischen 1991 und 2014 haben sich die individuellen Wochenarbeitszeiten diversifiziert. Die Anteile der Erwerbstätigen mit Wochenarbeitszeiten unter 10 Stunden sowie derjenigen mit Arbeitszeiten unter 21 Wochenstunden sind insgesamt angestiegen, stagnieren aber seit einigen Jahren. Sie haben sich insgesamt zwischen 1991 und 2014 für Männer von 3,4 % auf 12,3 % und für Frauen von 12 % auf 19,1 % erhöht. In den Gruppen mit längeren Arbeitszeiten sind Frauen in geringerem Maß vertreten. Der Anteil derjenigen mit wöchentlichen Arbeitszeiten von mehr als 41 Stunden stagniert bei den Frauen bei rund 10 %, während er bei den Männern in den letzten Jahren leicht rückläufig war und 2014 rund 20 % betrug.

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