Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Gender Datenreport Berlin 2015

VORWORT

Die Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Gleichstellung von Frauen und Männern ist eines der zentralen politischen Ziele des Berliner Senats. Geschlechtergleichstellung betrifft alle Bereiche der Gesellschaft. Sie ist Aufgabe einer Vielzahl von Akteuren in Institutionen und Organisationen und Anliegen vieler gesellschaftlich engagierter Bürgerinnen und Bürger.

Der siebente Genderdatenreport für Berlin bietet als Fortschreibung der seit 2009 jährlich veröffentlichten Zusammenstellung geschlechterdifferenzierter Daten zu den wichtigsten Bereichen der Gesellschaft eine wichtige Informationsgrundlage für alle, die an diesem komplexen Thema arbeiten. Thematisch aufbereitete, detaillierte und vergleichbare Daten sind Voraussetzung für die Beobachtung und Analyse von Entwicklungen, das Erkennen von Problemen und die Fundierung sowie Überprüfung von Handlungsansätzen.

Gleichstellungspolitik ist eine Querschnittsaufgabe, die umfassende Informationen erfordert. Die jährliche Fortschreibung des Gender Datenreports als Grundlage für längerfristige Vergleichbarkeit der Daten und Sichtbarmachung von Entwicklungen erfordert jedoch zugleich eine Konzentration auf Kernthemen. Dazu gehören Erwerbsarbeit und Einkommen, die Teilhabe an Bildung von der Schule über berufliche Ausbildung bis zur akademischen Bildung. Politische Partizipation gehört ebenso dazu wie Gesunderhaltung und der Schutz vor Gewalt. Demografische Prozesse beeinflussen alle diese Lebensbereiche.

Die Tabellen des Berichts sind diesen Themen zugeordnet. Sie basieren zum größten Teil auf Standardauswertungen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, was eine bundesweite Vergleichbarkeit gewährleistet und europäische Vergleiche bei wesentlichen Kennziffern ermöglicht. Der Gender Datenreport gibt Aufschluss über den Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern in verschiedenen Lebensbereichen sowie über Zusammenhänge zwischen der Geschlechtszugehörigkeit und anderen sozialen sowie demografischen Merkmalen.

Der Gender Datenreport 2015 spiegelt die anhaltend positive Entwicklung des Berliner Arbeitsmarktes und die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Männern wider. Frauen sind weiterhin im Bereich von Bildung und Ausbildung erfolgreich, wobei die Veränderung des noch stark geschlechtsspezifisch geprägten Berufswahlverhaltens eine gleichstellungspolitische Aufgabe bleibt.

In engem Zusammenhang mit Bildung und Erwerbstätigkeit steht die persönliche Lebensführung von Frauen und Männern. Die Daten zeigen den Wandel der Lebensformen hin zu größerer Vielfalt sowohl im Querschnitt der Bevölkerung als auch in den individuellen Lebensverläufen. Die Kenntnis solcher Veränderungen ist grundlegend für die Entwicklung gleichstellungspolitischer Maßnahmen und Konzepte.

Die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen hatte deshalb das Amt für Statistik 2015 mit einer ergänzenden Studie zum Wandel der Lebensformen beauftragt, die sich eingehender mit dem Ausmaß der Veränderungen und den unterschiedlichen Auswirkungen auf die Lebenssituation von Frauen und Männern befasst. Im Ergebnis zeigte sich u. a., dass heute erheblich weniger Menschen in Familien leben und unter den Familien mit Kindern zunehmend mehr Alleinerziehende und unverheiratete Paare sind. Diese Entwicklung ist in Großstädten wie Berlin besonders ausgeprägt und kann aufgrund der traditionellen Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern vor allem für Frauen mit Kindern mit erheblichen finanziellen und sozialen Belastungen verbunden sein.

Die Studie kann auf der Website der Senatsverwaltung abgerufen werden und ist auch auf der Startseite des Gender Datenreports als Link hinterlegt.

Berlin, Juli 2016

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