Amt für Statistik Berlin-Brandenburg 

Über uns

Wer wird befragt?

Überblick

01 – Erhebungen und Befragte

Anders als bei einer traditionellen Volkszählung, bei der alle Bürgerinnen und Bürger direkt befragt werden, stützt sich der Zensus auch im Jahr 2021 auf bereits bestehende Verwaltungsregister. In erster Linie liefern die Melderegister der Kommunen die Ausgangsdaten. Um die Qualität der Datenbasis zu verbessern, wird in einer Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis ein Teil der Bevölkerung zusätzlich direkt befragt.

Bürgerinnen und Bürger, die in Wohnheimen oder Gemeinschaftsunterkünften wohnen, sind über die Melderegister nicht vollständig zu erfassen. Deshalb wird bei allen Bewohnerinnen und Bewohnern in Wohnheimen, wie z. B. in Studierendenwohnheimen, eine Vollerhebung durchgeführt. In Gemeinschaftsunterkünften wie Justizvollzugsanstalten oder Krankenhäusern ist die Einrichtungsleitung stellvertretend auskunftspflichtig.

Für die Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) im Zensus 2021 werden alle privaten Eigentümer von Wohnungen oder Gebäuden mit Wohnraum befragt, ebenso gewerblich tätige Mehrfacheigentümer und Verwalter, sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Gebäuden oder Wohnungen.

02 – Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis

Mit der Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis werden im Zensus zwei Ziele verfolgt. Zum einen die Qualitätssicherung der amtlichen Einwohnerzahl, indem Über- und Untererfassungen aufgedeckt und so Karteileichen und Fehlbestände im Datenbestand ermittelt werden. Zum anderen ermöglicht die Haushaltsstichprobe die Erhebung weiterer Merkmale, die nicht oder nicht hinreichend verlässlich in den Melderegistern enthalten sind. Diese Strukturdaten über die Bevölkerung dienen als Grundlage für politische Entscheidungen von Bund, Ländern und Gemeinden auf den Gebieten Bevölkerung, Wirtschaft, Soziales, Wohnungswesen, Raumordnung, Verkehr, Umwelt und Arbeitsmarkt.

03 – Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte (sogenannte Sonderbereiche)

Bei Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften ist aufgrund einer relativ hohen Fluktuation oder unzureichendem Meldeverhalten sowie zum Teil unterschiedlicher Meldevorschriften in den Bundesländern von überdurchschnittlich vielen Registerfehlern auszugehen. Deshalb findet in diesen Sonderbereichen eine Vollerhebung statt. In Wohnheimen werden alle direkt befragt, die zum Stichtag dort wohnen. In Gemeinschaftsunterkünften übernimmt die Einrichtungsleitung stellvertretend die Auskunftspflicht für die Bewohnerinnen und Bewohner.

In Wohnheimen können Bewohnerinnen und Bewohner unabhängig davon im Zuge der Haushaltsstichprobe erneut befragt werden. Zu den Wohnheimen zählen beispielsweise Studierenden- oder Arbeiterwohnheime, bei denen von einer eigenen Haushaltsführung ausgegangen werden kann, d. h. die Bewohnerinnen und Bewohner wirtschaften selbstständig. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften führen hingegen in der Regel keinen eigenen Haushalt und werden in der Unterkunft durch deren Betreiber versorgt und/oder betreut. Zu den Gemeinschaftsunterkünften zählen beispielsweise Alten- und Pflegeheime, psychiatrische Einrichtungen, Justizvollzugsanstalten oder Gemeinschaftsunterkünfte von Flüchtlingen.

04 – Gebäude- und Wohnungszählung

In Deutschland gibt es kein einheitliches Verwaltungsregister, das den Bestand an Wohnungen und Gebäuden flächendeckend erfasst. Neben der Ermittlung der amtlichen Einwohnerzahl ist deswegen auch die Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) Bestandteil des Zensus 2021. Ziel der GWZ ist die flächendeckende und vollzählige Erfassung aller am Erhebungsstichtag bestehenden Gebäude mit Wohnraum, bewohnten Unterkünften sowie der darin befindlichen Wohnungen. Auskunftspflicht besteht für alle Eigentümerinnen und Eigentümer, Verwalterinnen und Verwalter sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Gebäuden oder Wohnungen. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für wohnungspolitische Entscheidungen und Maßnahmen in der Raumplanung. Gefragt wird zum Beispiel nach dem Baujahr, der Heizungsart und dem Energieträger (Gas, Heizöl, Solar etc.), der Zahl der Räume, der Fläche und bei vermieteten Wohnungen nach der Nettokaltmiete. Auch bei leerstehenden Wohnungen werden Daten erfasst. Einerseits die Leerstandsdauer und andererseits der Leerstandsgrund.

Personen, die in ihren Häusern wohnen, werden zum Stichtag angeschrieben und um Auskunft zu ihrem Gebäude gebeten. Das gleiche gilt für Personen, die Eigentümer einer geringen Anzahl von Wohnungen oder Häusern sind und diese zum Beispiel vermieten (Mehrfacheigentümer).

Wohnungsunternehmen und Mehrfacheigentümer mit einem großen Wohnungsbestand können über einen gesonderten Meldeweg ihre Daten an uns senden. Vorteil ist, dass die Unternehmen nicht pro Wohnung eine separate Meldung abgeben müssen, sondern diese gesammelt an das Amt für Statistik übermitteln können.

Bei Eigentumswohnungen wird entweder der Wohnungseigentümer die Verwaltung angeschrieben. Dies ist davon abhängig, welche Information in der verwendeten Quelle angegeben ist. Da Verwaltungen auch einen großen Wohnungsbestand betreuen können, können diese ebenfalls ihre Angaben über den oben genannten gesonderten Meldeweg liefern.

Die Ermittlung der Eigentümer in Berlin und Brandenburg erfolgt auf Basis verschiedener Registerquellen. Dazu gehören die Grundsteuerstellen, die Ver- und Entsorger, die Finanz- sowie die Liegenschaftsdaten.