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Endgültige Aussagen zur Entwicklung der Todesursachen in einem Jahr sind dann möglich, wenn alle Statistischen Ämter der Länder die im jeweiligen Bundesland vorliegenden Todesbescheinigungen der registrierten Sterbefälle vollständig signiert und plausibilisiert haben. Bis zum Stichtag 1. August 2023 waren noch nicht alle Todesbescheinigungen statistisch erfasst.
Todesbescheinigungen werden in Deutschland nach wie vor auf Papier ausgestellt. Die leichenschauenden Ärztinnen und Ärzte machen dazu Angaben unter anderem zu den Grundleiden und Begleiterkrankungen der Verstorbenen auf Durchschlagsformularen. Für die Erstellung der Todesursachenstatistik müssen die handschriftlichen Angaben elektronisch erfasst, kodiert und qualitätsgesichert werden. Je nach Bundesland wird dies entweder von den Gesundheitsämtern vor Ort oder zentral vom jeweiligen Statistischen Amt der Länder durchgeführt. Dieser Prozess ist zeitaufwändig und beinhaltet auch Rückfragen bei den leichenschauenden Ärztinnen und Ärzten, um gesicherte Ergebnisse zu erhalten.
Die Corona-Pandemie hat ein erhöhtes Interesse an aktuellen Daten der Todesursachenstatistik hervorgerufen. Um diesem zukünftig gerecht zu werden, hat das Statistische Bundesamt in einem Pilotprojekt in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine sogenannte eTB-App (eTB für elektronische Todesbescheinigung) entwickelt. Mit dieser Software werden elektronische Todesbescheinigungen auf mobilen Endgeräten direkt von der Ärztin oder dem Arzt erfasst, auf Plausibilität geprüft und unmittelbar an die Verwaltungen übermittelt. Mit dem bundesweiten Aufbau einer solchen Infrastruktur könnte die Erstellung der Todesursachenstatistik bei gleichbleibend hoher Qualität der Ergebnisse deutlich verschlankt und beschleunigt werden.
Bis zur flächendeckenden Einführung der eTB werden vorläufige Ergebnisse der Todesursachenstatistik monatlich in einer Sonderauswertung aktualisiert und sind aktuell für die Länder Berlin und Brandenburg bis Dezember 2022 verfügbar.
Die Ergebnisse der amtlichen Todesursachenstatistik für die Länder Berlin und Brandenburg für das Jahr 2022 werden voraussichtlich im Januar 2024 veröffentlicht. Monatliche Daten und weitere Informationen zur Todesursachenstatistik stehen hier.
Katja Obst
Gesundheit
Redaktion
Content Management
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