Schwerpunkt

Ukraine

Der Krieg in der Ukraine trifft nicht nur das Land selbst und seine Menschen unglaublich hart, der Konflikt wirkt sich auf die wirtschaftliche und soziale Lage in Deutschland, Europa und der Welt aus. Inwieweit die Menschen in der Hauptstadtregion die Folgen des Konflikts trifft, zeigen wir Ihnen auf dieser Themenseite. 

Ausgehend vom aktuellen Ist-Zustand beleuchten wir – je nach Verfügbarkeit aktueller Daten – die Auswirkungen und Folgen in der Bevölkerung, in Bildungseinrichtungen, im Supermarkt und an der Tankstelle sowie in verschiedenen Wirtschaftsbereichen. Die Seite wird laufend aktualisiert.

Bevölkerung

Wie viele Menschen mit ukrainischer oder russischer Staatsangehörigkeit leben in der Hauptstadtregion, wieviele lassen sich in Berlin und Brandenburg nieder und wieviele nehmen soziale Leistungen in Anspruch?

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Wanderung: 2021 zogen 1 936 Menschen (davon 1 756 russischer Herkunft) von Russland nach Berlin, während 1 050 Personen (davon 905 russischer Herkunft) Deutschland in Richtung Russland verließen. In 2020 könnten die Einschränkungen der Covid-19-Pandemie die Zuwanderung aus Russland gebremst haben, denn in den Vorjahren war die Zuwanderung merklich höher. Zugenommen im Jahr 2021 hat die Zuwanderung aus der Ukraine: 1 074 Personen (davon 972 ukrainischer Herkunft) zog es nach Berlin, während 430 Personen (davon 365 ukrainischer Herkunft) in die Ukraine auswanderten. Das Wanderungsgeschehen zwischen Brandenburg und Russland bzw. der Ukraine ist weniger stark ausgeprägt. Mehr noch, Brandenburg wies gegenüber Russland in den vergangenen Jahren immer wieder einen negativen Wanderungssaldo auf. Aus der Ukraine kommen in der jüngeren Vergangenheit dagegen jährlich mehr neue Einwohnerinnen und Einwohner nach Brandenburg als uns verlassen.

ukrainische Staatsangehörige lebten
am 30.11.2021 in der Hauptstadtregion.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Einbürgerung: Im Jahr 2021 wurden in Berlin 212 Personen mit russischer und 129 Personen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit eingebürgert, in Brandenburg nahmen 36 Personen aus der Russischen Föderation und 41 aus der Ukraine die deutsche Staatsbürgerschaft an. Die meisten Einbürgerungen fanden nach § 10 Abs. 1 StAG (im Inland wohnhafte Ausländer mit einem Mindestaufenthalt von 8 Jahren in Deutschland) statt.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
* Anteil in der ukrainischen bzw. russischen Bevölkerung in Berlin (Bevölkerungsstand: 30.11.2021). Zu Zwecken der Geheimhaltung erfolgt die Veröffentlichung der Ergebnisse unter Anwendung der 5er-Rundung. Der Insgesamtwert kann von der Summe der Einzelwerte abweichen.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
* Anteil in der ukrainischen bzw. russischen Bevölkerung in Berlin (Bevölkerungsstand: 31.12. des jeweiligen Jahres). Zu Zwecken der Geheimhaltung erfolgt die Veröffentlichung der Ergebnisse unter Anwendung der 5er-Rundung. Der Insgesamtwert kann von der Summe der Einzelwerte abweichen.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Bildung

Bildung ist grundlegend für die Zukunft eines Kindes, besonders in einem erst einmal fremden Land. Sie beginnt in jungen Jahren in der Kita und reicht bis zur beruflichen Bildung oder einem Studium. 
Wie ist die Bildungsbeteiligung von Personen mit ukrainischer und russischer Staatsangehörigerigkeit in unserer Region?

Auslastung der Kindertageseinrichtungen am 01.03.2021

Berlin: 91,1 %
Brandenburg: 88,8 %

Bildungsinländer sind ausländische Studierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
* Bildungsinländer sind ausländische Studierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland, aber nicht an einem Studienkolleg erworben haben.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
* Bildungsinländer sind ausländische Studierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland, aber nicht an einem Studienkolleg erworben haben.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Preise

Die Preise steigen. Begonnen mit der Corona-Pandemie dreht sich die Preisspirale unter dem Druck der Ukraine-Krise unaufhörlich weiter. Wir merken es an der Supermarktkasse und an der Zapfsäule. Welche Produkte sind besonders betroffen? Wie stark ist die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr?

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Sonnenblumenöl und Rapsöl sind 
Preistreiber im Mai 2022:

Berlin: +86,5 %
Brandenburg: +67,6 %

Im Mai 2022 erhöhten sich die Verbraucherpreise im Vergleich zu Mai 2021 in Berlin um 8,6 Prozent und in Brandenburg um 8,5 Prozent und verharrten damit weiterhin auf hohem Niveau. Ohne Energie und Nahrungsmittel betrug die Teuerung in Berlin 4,2 Prozent und in Brandenburg 3,8 Prozent.

Die Energiepreise stiegen im Mai 2022 gegenüber dem Vorjahresmonat in Berlin um 39,4 Prozent und in Brandenburg um 41,9 Prozent. Dabei sind es vor allem die Preise für Heizöl, die mit Steigerungen von 95,4 Prozent in Berlin und 107,6 Prozent in Brandenburg auf die Energiepreise wirken. Aber auch Strom und Gas verteuerten sich.

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Durchschnittliche Tagespreise an öffentlichen Tankstellen stellt das Statistische Bundesamt im Dashboard Deutschland bereit.

Energie

Wie setzt sich die Energieversorgung in der Haupstadtregion zusammen? Wie hoch ist der Anteil erneuerbarer Energien in beiden Ländern? 

¹ vorläufige Angaben
² Sitz der einspeisenden Anlagen
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Anteil erneuerbarer Energien bei der Stromeinspeisung 
in das Stromnetz im April 2022

Berlin: 5,8 %
Brandenburg: 54,9 %

Anteil von Gas bei der Stromeinspeisung
in das Stromnetz im April 2022

Berlin: 56,4 %
Brandenburg: 5,0 %

¹ vorläufige Angaben
² Sitz der einspeisenden Anlagen
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
¹ vorläufige Angaben
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Die Nettowärmeerzeugung ist die gemessene nutzbare Wärme, die in einer Berichtszeit von einer Wärme­erzeugungsanlage (Heizwerks- oder Kraftwerksprozess) an Endverbraucher abgegeben wurde. 

In Berlin lag sie im Januar 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund der niedrigen Außentemperaturen um 45,7 Prozent höher. Erdgas hatte dabei einen Anteil von 69,8 Prozent an der Fernwärmeerzeugung.

Wirtschaft

Vor allem energieintensive Wirtschaftszweige spüren die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Öl oder Gas. Unterbrochene Lieferketten, ausgefallene Ernten, steigende Produktionskosten machen der Industrie, dem Handel und vielen anderen Branchen in der Region zu schaffen. Wieviele Meschen arbeiten in Wirtschaftszweigen, die viel Energie benötigen? Und wie sieht es mit der Versorgung mit Gütern aus?

Quelle: Statistisches Bundesamt
Quelle: Statistisches Bundesamt

Russisches Erdöl und Erdgas wurden mit einem Wert von 3,8 Milliarden EUR am häufigsten nach Brandenburg importiert. Mit einem Anteil von 97,7 Prozent an allen Brandenburger Importen aus Russland sind es die wichtigsten russischen Waren. An den Brandenburger Importen sind die Waren der Ukraine mit 0,8 Prozent und die Russlands mit 19,1 Prozent beteiligt. Der Anteil der Brandenburger Exporte macht 2021 in die Ukraine 0,8 Prozent und nach Russland 1,3 Prozent aus. Von den direkt nach Berlin importierten Gütern kamen 0,1 Prozent aus der Ukraine und 0,4 Prozent aus Russland. 2021 gingen rund 0,5 Prozent aller Berliner Exporte in die Ukraine und 2,4 Prozent nach Russland.

Für die Wirtschaftsabteilung "Kokerei und Mineralölverarbeitung" sind die Werte unbekannt oder geheim zu halten.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Für die Wirtschaftsabteilung "Kokerei und Mineralölverarbeitung" sind die Werte unbekannt oder geheim zu halten.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Weizen gehört zu den wichtigsten Getreidearten in Brandenburg. Trotz einer Anbauausdehnung des Weizens im Jahr 2021 wurden rund 10 Prozent weniger geerntet als im Vorjahr. Die Weizenernte betrug 2021 rechnerisch 375 Kilogramm (kg) pro Person. Zum Vergleich: Bundesweit beträgt die Weizenernte pro Person 235 kg. Rein statistisch konsumiert jede Bundesbürgerin bzw. jeder Bundesbürger rund 70 kg Weizenmehl. Das sind fast 87 kg Weizen. 

Mit einer Anbaufläche für Sonnenblumen von 13 100 Hektar ist Brandenburg Deutschlands wichtigstes Anbauland. Von dieser Ölpflanze konnten in Brandenburg 30 Prozent der bundesweiten Ernte gedroschen werden. Aufgrund der Aussaat im Jahr 2022 ist sowohl bei den Sonnenblumen als auch beim Winterraps mit einer weiter steigenden Erntemenge zu rechnen.

1 2019 und 2020 Berlin-Tegel und Schönefeld
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
1 2019 und 2020 Berlin-Tegel und Schönefeld
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Der Krieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf die amtliche Statistik. Für den Monat März 2022 wurden beispielsweise keine Flüge (Starts und Landungen) von und nach Russland sowie in die und aus der Ukraine gemeldet.
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Pressemitteilungen zum Thema

Wie kann ich helfen?

Ich möchte selbst etwas tun!

... im Ukraine Ankunftszentrum TXL ehrenamtlich helfen: 
https://wirhelfenberlin.de/ukraine

... in Berlin ehrenamtlich unterstützen:
www.berlin.de/ukraine/helfen/

... in Brandenburg ehrenamtlich helfen: 
landesregierung-brandenburg.de

Weitere Informationen

... des Statistischen Bundesamtes (Destatis):
www.destatis.de/DE/Im-Fokus/Ukraine/_inhalt.html

... der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder:
www.statistikportal.de/de/themenseite-ukraine