Brandenburgs junge Fans im Fokus
Für viele Schülerinnen und Schüler aus Brandenburg sowie deren Familien ist das eigene Herkunftsland in der heißen Phase der WM 2026 vertreten.
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Früher gab es schon erste Initiativen für einen sogenannten „Zweiten Ring“ in Brandenburg¹. Daran angelehnt, lässt sich Brandenburg demografisch in drei Teilräume untergliedern, die sich unterschiedlich entwickeln.
¹vgl. „Stadtentwicklung im Zweiten Ring“ zu kommunalen Flächenstrategien, Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg
Die Schere bei der Bevölkerungszahl in Brandenburg geht auseinander: Im Jahr 2023 lebten im Berliner Umland und im Weiteren Metropolenraum jeweils über eine Million Menschen. Im Vergleich dazu war der Zweite Ring mit etwa 240.000 Personen deutlich kleiner.
Seit 2011 ist die Bevölkerungszahl im Zweiten Ring um 9,4 % und im Berliner Umland sogar um knapp 14 % gestiegen. Im übrigen Metropolenraum Brandenburgs (ohne den Zweiten Ring) sank die Zahl hingegen um 3,4 %.
Wenn wir in die Zukunft bis in das Jahr 2040 blicken, gleichen sich die Trends an. Die Bevölkerung im Zweiten Ring wächst voraussichtlich wie im Berliner Umland um knapp 8 %. Im restlichen Metropolenraum rechnen wir dagegen mit einem Rückgang von etwa 6 %.
Nach der Bevölkerungsvorausberechnung bis 2040 steigen die Geburtenraten. Brandenburgweit werden jedoch im Zweiten Ring im Verhältnis die meisten Kinder geboren: 2023 kamen dort 13,4 Kinder pro 1.000 Frauen zur Welt – ein Wert, der bis 2040 wahrscheinlich auf 15,1 steigen wird. Das Berliner Umland bildet das Schlusslicht. Dort lag der Wert 2023 bei 12,4 und würde bis 2040 auf 14,0 steigen.
Gleichzeitig sinkt die Sterberate in allen drei Gebieten, weil die Menschen im Schnitt länger leben. Im übrigen Metropolenraum sterben dabei im Verhältnis die meisten Menschen, im Berliner Umland die wenigsten. Das hat wiederum einen Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung.
Um Verzerrungen aufgrund der Altersstruktur (eine jüngere Bevölkerung weist eher mehr Geburten auf als eine ältere) beim Vergleich von Bevölkerungen zu minimieren, bezieht sich die altersstandardisierte Geburten- und Sterberate auf eine sogenannte Vergleichs- oder Standardbevölkerung (hier von Brandenburg).
Je weiter ein Ort von Berlin entfernt liegt, desto älter sind dort die Menschen. Das zeigt das Durchschnittsalter:
Unseren Annahmen zufolge werden die Menschen bis 2040 überall in Brandenburg älter, allerdings in unterschiedlichem Maße. Im Berliner Umland und im Zweiten Ring steigt das Durchschnittsalter auf 47,3 Jahre. Hier gleichen sich die beiden Ringe erneut an. Den höchsten Wert erwarten wir weiterhin im restlichen Metropolenraum: Dort werden die Menschen im Schnitt 49,6 Jahre alt sein.
Ein Blick auf die Altersgruppen hilft, die Struktur einer Bevölkerung zu verstehen. Dabei schauen wir uns an, wie viele junge Menschen (unter 20 Jahren) im Vergleich zu den Erwachsenen (zwischen 20 und 65 Jahren) in einer Region leben (Jugendquotient). Je höher dieser Wert ist, desto jünger ist die Region.
Im Jahr 2023 war das Berliner Umland noch am jüngsten. Bis 2040 dürfte sich das ändern. Der Zweiten Ring könnte dann mit 32,5 den höchsten Jugendquotienten aufweisen. Das liegt vor allem daran, dass die Menschen im erwerbsfähigen Alter älter werden und im Berliner Umland weniger Kinder geboren werden.
Der Altenquotient dagegen zeigt das Verhältnis der Seniorinnen und Senioren (ab 65 Jahren) zu den Erwachsenen im erwerbsfähigen Alter. In allen Regionen steigt der Anteil der älteren Menschen bis 2040 vermutlich deutlich an. Das Berliner Umland und der Zweite Ring liegen dann mit etwa 50 gleichauf, während die Menschen im übrigen Metropolenraum mit einem Altenquotienten von 62,1 weiterhin wesentlich älter sein werden.
Bei den jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren gibt es in allen Teilen Brandenburgs deutlich mehr Männer als Frauen. Das hat zwei Gründe: Erstens werden von Natur aus etwas mehr Jungen als Mädchen geboren. Zweitens ziehen in dieser Phase viele junge Frauen für Ausbildung oder Studium weg.
Im Jahr 2023 war dieser Überschuss mit 1.203 Männern auf 1.000 Frauen im Zweiten Ring am deutlichsten. Bis 2040 könnten sich die Geschlechterverhältnisse etwas angleichen. Die Rangfolge bliebe jedoch gleich: Im Zweiten Ring leben die meisten jungen Männer im Verhältnis zu den Frauen, im Berliner Umland die wenigsten.
Insgesamt gab es bis Ende 2023 in Brandenburg mehr Frauen als Männer. Das liegt vor allem daran, dass Frauen im Durchschnitt länger leben und es damit bei den Senioren mehr Frauen gibt. Auf 1.000 Frauen kamen hier etwa 969 Männer. Wir erwarten, dass dieses Verhältnis bis 2040 bestehen bleibt.
Die Lebensphase der 30- bis 65-Jährigen steht vor allem im Zeichen der Arbeit und der beruflichen Entwicklung. Parallel dazu verändert sich die Geschlechterverteilung: Der Überschuss an Männern, den es bei den Jüngeren gibt, nimmt langsam ab. Das liegt vor allem daran, dass Männer im Durchschnitt früher sterben als Frauen.
2023 lebten im Berliner Umland je 1.000 Frauen nur 985 Männer. Im Zweiten Ring hingegen gab es in dieser Altersgruppe immer noch mehr Männer – insgesamt 1.056 auf 1.000 Frauen. Bis zum Jahr 2040 wird sich daran voraussichtlich kaum etwas ändern. Im Berliner Umland wird es weiterhin einen leichten Frauenüberschuss geben, und im Zweiten Ring werden die Männer in dieser Altersgruppe weiterhin in der Überzahl sein.
Zusammenfassend zeigt sich, dass der Zweite Ring durch seine dynamische Bevölkerungsentwicklung und die höhere Geburtenrate ein Gegenpol zum schrumpfenden ländlichen Raum bilden wird. Er ist auf einem guten Weg bis 2040 gemeinsam mit dem Berliner Umland der „doppelten Speckgürtel“ Brandenburgs zu werden.
Dr. Jochen Corthier
Bevölkerungsstatistiken
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