Wintergetreide und Winterraps gleichbleibend, Roggenanbaufläche auf Rekordtief
Die Aussaatfläche von Wintergetreide zur Ernte 2026 blieb in Brandenburg auf dem Niveau des Vorjahres auf etwa 419.200 Hektar.

Pressemitteilung Nr. 4
Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der „Internationalen Grünen Woche“ in Berlin gibt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg einen umfassenden Überblick über ausgewählte Daten zur Brandenburger Landwirtschaft der letzten 25 Jahre.
„Die Landwirtschaft ist die erste aller Künste; ohne sie gäbe es keine Kaufleute, Dichter und Philosophen; nur das ist wahrer Reichtum, was die Erde hervorbringt.“
(Friedrich der Große)
Seit 2001 etwa 1.700 landwirtschaftliche Betriebe weniger
Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ist in den letzten 25 Jahren um rund ein Viertel von 6.900 Betrieben (2001) auf 5.200 Betriebe (2025) gesunken. Die Größe der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Brandenburg folgt dem rückläufigen Trend der Betriebszahlen. Seit 2001 (1,3 Millionen Hektar) verringerte sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche rein rechnerisch um jährlich 2.300 Hektar. Die Ackerfläche verringerte sich um 60.000 Hektar. Wurden in 2001 noch knapp über 1 Millionen Hektar Ackerfläche bewirtschaftet, so betrug die Größe des Ackerlandes in 2025 nur noch 981.000 Hektar. Die Fläche mit Dauergrünland hat sich in den letzten 25 Jahren um 1,5 % auf über 300.000 Hektar vergrößert.
Rückgang landwirtschaftlicher Arbeitskräfte
Verglichen mit den Ergebnissen aus der Agrarstrukturerhebung 2023 sank auch die Zahl der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte seit der Erhebung 2001, und zwar um rund 15 % auf insgesamt 31.800. Davon waren sowohl in 2001 als auch in 2023 rund 50 % der Arbeitskräfte ständig Beschäftigte. Der Anteil an Familienarbeitskräften verringerte sich von 22 % auf 16 %. Saisonarbeitskräfte machten 2001 gut ein Viertel aller Arbeitskräfte aus. 2023 belief sich deren Anteil auf ein Drittel.
Brandenburg – Land der Sonnenblumen
In den letzten 25 Jahren sind die bestimmenden Getreidearten auf dem Brandenburger Ackerland unverändert Weizen, Roggen und Gerste, wobei sich die Anbaufläche mit rund 130.000 Hektar für Roggen im Vergleich zu 2001 fast halbiert hat. Die Anbauflächen für Winterweizen sowie Wintergerste sind hingegen um 22 % bzw. 31 % gestiegen.
Im Bundesvergleich ist Brandenburg seit Jahren das Land mit der größten Anbaufläche für Sonnenblumen. 2025 wuchsen Sonnenblumen in Brandenburg auf 21.300 Hektar und damit auf über einem Drittel der bundesdeutschen Sonnenblumenanbaufläche.
Ernte wichtiger Kulturen – Apfelproduktion halbiert, Spargelproduktion verdreifacht
2025 wurden 2,7 Millionen Tonnen Getreide gedroschen, vor 25 Jahren waren es 642.100 Tonnen mehr. Mit 38 % hat der Winterweizen mit einer Ernte von 1,0 Millionen Tonnen den höchsten Anteil in Brandenburg. Im Jahr 2001 war es der Roggen mit 41 % und knapp 1,4 Millionen Tonnen. Die Winterrapsernte fiel 2025 mit 255.100 Tonnen im Vergleich zu 2001 um 67.300 Tonnen geringer aus. Im Jahr 2025 wurden 403.100 Tonnen Kartoffeln auf rund 11.400 Hektar gerodet. Vor 25 Jahren betrug die Anbaufläche noch 12.300 Hektar, aber es wurden nur 380.200 Tonnen geerntet.
Brandenburgs Gemüseanbau ist besonders für die Produktion von Spargel und Gurken berühmt. Spargel stellt dabei die bedeutendste Gemüseart dar. Diese Gartenbaubetriebe produzierten 2025 nach vorläufigen Ergebnissen 18.700 Tonnen; vor 25 Jahren waren es nur 5.712 Tonnen. Im Vergleich zu 2001 hat sich die Anbaufläche im Ertrag von 1.561 Hektar auf 3.389 Hektar erhöht.
Im Jahr 2025 waren auf 755 Hektar und damit 63 % der Baumobstanbaufläche Äpfel zu ernten. Mit 16.585 Tonnen waren das fast 90 % der Baumobsternte. Mit 33.230 Tonnen wurden 2001 fast doppelt so viele Äpfel produziert, wobei die Anbaufläche auch mit 1.765 Hektar um mehr als 1.000 Hektar größer war.
Rückgang bei Rindern, Schweinen und Schafen – Zuwachs bei Hühnern und Eiern
Die Bestände an Rindern, Schweinen und Schafen sind in den letzten 25 Jahren stark gesunken. Wurden 2001 noch 649.400 Rinder gezählt, waren es 2025 nur noch 406.000 Tiere. Das ist ein Rückgang um 243.400 Tiere bzw. um 37,5 %.
Der Bestand an Schweinen verringerte sich seit 2001 um 147.900 Tiere bzw. um 20,2 %. Standen 2001 noch 732.900 Schweine in den Ställen, waren es 2025 nur noch 585.000 Tiere.
Die Zahl der Schafe hat sich in den letzten 25 Jahren mehr als halbiert. Gab es in Brandenburg 2001 noch 156.500 Schafe, waren es 2025 nur noch gut 71.000 Tiere.
Beim Geflügel sind dagegen Wachstumsentwicklungen zu verzeichnen. So stieg die Zahl der Hühner von gut 6 Millionen Tieren im Jahr 2001 auf knapp 8 Millionen Tiere im Jahr 2023 , was einem Zuwachs um 31,4 % entspricht.
Im Jahr 2001 wurden in Brandenburg 789 Millionen Konsumeier erzeugt. Für 2025 wird eine Eiererzeugung von 958 Millionen Stück erwartet. Das wäre ein Zuwachs um 169 Millionen Eier bzw. um 20,6 %.
Datenangebot
Weitere Datenangebote zur Landwirtschaft in Brandenburg finden Sie zum kostenlosen Herunterladen auf unserer Internetseite unter www.statistik-berlin-brandenburg.de/wirtschaft/wirtschaftsbereiche/land-und-forstwirtschaft.
Die Aussaatfläche von Wintergetreide zur Ernte 2026 blieb in Brandenburg auf dem Niveau des Vorjahres auf etwa 419.200 Hektar.
Im Jahr 2025 wurden in Brandenburg 403.100 Tonnen Kartoffeln auf rund 11.400 Hektar gerodet.
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Schaferhebung zum 3. November 2025 wurden in Brandenburg 71.300 Schafe gehalten, 1 % weniger als im November des Vorjahres.