Betreuung noch überwiegend Frauensache
Ein statistischer Überblick zum Muttertag am Sonntag. Ein Viertel der weiblichen Bevölkerung in der Hauptstadtregion darf diesen Ehrentag feiern.

Männer bestechen durch Geld und ihre Lässigkeit – das weiß nicht nur Herbert Grönemeyer. Auch unsere Statistiken zeigen, dass Männer in Berlin und Brandenburg zum Beispiel hinsichtlich ihrer Verdiensthöhe und ihres Rauchverhaltens vor den Frauen liegen. Zum Herrentag haben wir ein paar Fakten zur Männerwelt aus der amtlichen Statistik herausgepickt.
Nach Ergebnissen des Mikrozensus verfügen Männer, die eine Angabe zu ihrem Gewicht gemacht haben, durchschnittlich über ein leichtes Übergewicht. Ihr Body-Mass-Index (BMI) liegt im Schnitt etwas über dem Normalgewicht. Das Normalgewicht befindet sich laut WHO zwischen einem BMI von 18,5 und 25. In Berlin haben 43 % der Männer einen BMI in diesem Bereich, in Brandenburg 34 %. Einen BMI über 30 besitzen 15 % der Berliner und 20 % der Brandenburger, was auf ein starkes Übergewicht bzw. Adipositas hinweist.
Die Aussagekraft ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da der BMI Faktoren wie das Alter, das Gewicht und den individuellen Körperbau nicht berücksichtigt.
Männer beginnen etwas früher zu rauchen als Frauen und es rauchen auch anteilig mehr Männer. Die Ergebnisse des Mikrozensus 2025 zeigen, dass von den Männern (die eine Angabe zum Rauchverhalten gemacht haben) 23,5 % mindestens gelegentlich rauchen. In Brandenburg sind es 21,1 %. Sie beginnen bereits um den 18. Geburtstag herum mit dem Rauchen (Männer in Berlin mit 18,4 Jahren, in Brandenburg mit 17,7 Jahren). Bei Frauen verhält es sich im Durchschnitt ähnlich, sie greifen ein paar Monate später zur ersten Zigarette.
Im Schnitt sind Berliner Männer, die in den Bund der Ehe treten, 40 Jahre alt. In Brandenburg befindet sich der Schnitt mit 43 Jahren auf einem etwas höheren Niveau. In beiden Ländern heiraten Männer damit etwas später als Frauen (Berlin 37,7 Jahre; Brandenburg 40,1 Jahre).
Bei der Betrachtung der gesamten Bevölkerung ab 18 Jahren zeigt sich, dass etwa die Hälfte der Männer in Berlin entweder verheiratet, verwitwet oder geschieden war. In Brandenburg trifft das hingegen sogar auf zwei Drittel der Männer zu.
Auffällig ist auch, dass anteilig weniger Männer verwitwet oder geschieden sind als Frauen.
Auch beim Thema Straßenverkehrsunfälle haben Männer die Nase vorn – sowohl in Berlin als auch in Brandenburg. Bei zwei Dritteln aller Verkehrsunfälle waren sie im Jahr 2025 die Hauptverursacher.
Werden nur die Fahrradunfälle betrachtet, verändert sich das Verhältnis kaum: In Berlin wurden 63 % und in Brandenburg 65 % der Unfälle von Männern verursacht. Bei Pkw-Unfällen sind es 66 % (Berlin) und 61 % (Brandenburg).
Das erhöhte Unfallaufkommen unter Männern schlägt sich auch in der Todesursachenstatistik nieder. So zeigt sich beispielsweise, dass von verschiedenen Todesursachen wie Unfällen, bösartigen Neubildungen oder Atemwegs- sowie Verdauungserkrankungen häufiger Männer als Frauen betroffen sind. Lediglich bei Krankheiten des Kreislaufsystems überwiegt der Frauenanteil.
Insgesamt verzeichnen Männer ein früheres Sterbealter als Frauen. 2024 wurden Männer in Berlin 75,7 Jahre und Frauen genau 81 Jahre alt. In Brandenburg verhält es sich ähnlich. Männer starben mit durchschnittlich 76,2 Jahren, Frauen genau sechs Jahre später.
Mit steigendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, auf Pflege angewiesen zu sein. Möglicherweise ist das auch ein Grund für den höheren Frauenanteil an pflegebedürftigen Personen in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen. Nur etwas mehr als ein Drittel der Pflegebedürftigen in den Einrichtungen in Berlin und Brandenburg waren im Jahr 2023 männlich.
Auch hinsichtlich der Berufswahl zieht es weniger Männer als Frauen in die Pflege – lediglich knapp ein Viertel der tätigen Personen dieser Einrichtungen in Berlin ist männlich. In Brandenburg beträgt der männliche Personalanteil sogar nur 14,0 %.
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In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Verurteilten in Berlin und Brandenburg stetig zurückgegangen. 2024 erreichte sie in Berlin mit 26.769 Verurteilten den tiefsten Stand seit mehr als 25 Jahren. Brandenburg zählte in demselben Jahr 16.624 Verurteilte. Es handelt sich hierbei überwiegend um Männer. 2024 betrug ihr Anteil in Berlin und Brandenburg zusammen 81,2 %. Bei den Strafgefangenen und Sicherungsverwahrten zeigt sich ein ähnliches Bild.
Wie steht es eigentlich um die Vergütung der Männer? In Berlin verdienten Männer im Jahr 2025 mit 27,95 EUR pro Stunde 2,87 EUR mehr als ihre Kolleginnen. Das ergibt eine Lohnlücke von 10 %. In Brandenburg fällt die Lohnlücke mit 4 % etwas niedriger aus. Frauen verdienten durchschnittlich 21,90 EUR, während auf Männer 22,79 EUR kamen.
Die Verdienstunterschiede sind damit übrigens in Berlin und Brandenburg kleiner als im gesamtdeutschen Schnitt.
Doch die Arbeit bringt nicht nur Positives mit sich: Männer treten zum Beispiel vermehrt in Berufe ein, die mit erhöhten Risiken für Arbeitsunfälle und schwerwiegende Behinderungen einhergehen. Die Statistik über schwerbehinderte Menschen verdeutlicht, dass wesentlich mehr Männer als Frauen eine Schwerbehinderung aufgrund von berufsbedingten Unfällen oder betriebsbedingten Krankheiten haben. Rund Dreiviertel dieser Gruppe in Berlin sind männlich, in Brandenburg vier von fünf.
Außerdem besonders auffällig: In Brandenburg gibt es insgesamt deutlich mehr Betroffene (1.120 Männer und 245 Frauen) als in Berlin (510 Männer und 155 Frauen).
Ein erfreulicher Trend zeichnet sich dagegen in „typischen“ Frauenberufen ab: So stieg der Anteil des männlichen pädagogischen Fachpersonals in Berliner Kitas von 9,4 % in 2015 auf 13,3 % in 2025. Auch Brandenburg verzeichnet eine ähnlich positive Entwicklung.
Bei Lehrkräften ist die Tendenz weniger stark ausgeprägt. Im Schuljahr 2024/2025 waren in Brandenburg 25,1 % der Lehrkräfte Männer, während es zehn Jahre zuvor noch 21,8 % waren. In Berlin ist der Anstieg minimal. Die Zahlen deuten dennoch darauf hin, dass traditionelle Geschlechterrollen in der Berufswahl langsam aufgebrochen werden und Männer vermehrt Interesse an Berufen im sozialen und pädagogischen Bereich zeigen.
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