10 Fakten über die Landwirtschaft in Brandenburg
Landwirtschaft ist nicht nur Nahrungsmittelproduktion. Die Zahlen der amtlichen Statistik geben Einblick in die Vielfalt und die Leistungen der Landwirtschaft in Brandenburg....
In einem Pilotprojekt des Statistischen Verbunds zur Ernteberichterstattung in der Landwirtschaft werden seit 2018 Ertragsmodellierungen mittels Satelliteneinsatz für vier wichtige Feldfrüchte – Wintergerste, Winterraps, Winterroggen und Winterweizen und seit 2025 Hafer und Triticale – durchgeführt. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg beteiligt sich seit 2023 an diesem Projekt und veröffentlichte für das Erntejahr 2024 erstmals KI-gestützte Ergebnisse.
Das Hessische Statistische Landesamt entwickelt federführend für den Statistischen Verbund neue digitale Methoden zur Ernteschätzung. Die Modellierung im Rahmen des Projekts FernEE (Fernerkundliche Erfassung von Ernteerträgen) erfolgt derzeit retrospektiv, also nachdem die Ernte eingefahren ist. Hierfür werden die Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung mit Satellitendaten und Schlaggeometrien aus den aktuellen Daten der Agrarförderung (Integriertes Verwaltungs- und Kontrollsystem – InVeKoS) kombiniert, um statistische Ertragsmodelle mittels maschineller Lernverfahren zu trainieren. Die Verfahrensweise wird stetig optimiert und so konnten im Erntejahr 2026 parallel zur Ernte erste wöchentliche Prognosen generiert werden.
Mit Hilfe dieses neuen, wissenschaftlich geprüften Verfahrens sollen aktuelle Daten künftig noch schneller bereitgestellt und zugleich Auskunftspflichtige weiter entlastet werden. Ziel in diesem Projekt ist es, flächendeckende und kleinräumige Ertragsdaten zu gewinnen und durch den Einsatz modernster Techniken die Ernteerhebung methodisch weiterzuentwickeln.
Wie 2024 waren auch im Jahr 2025 die Abweichungen zwischen den Kreisergebnissen der amtlichen Statistik und denen aus dem Pilotprojekt auf Kreisebene in einigen Fällen nur gering. So weichen die Ergebniss für Winterraps um 1 % voneinander ab und auch beim Winterweizen beträgt die Abweichung wie im letzten Jahr 3 %. Hinsichtlich der Wintergerste gelang eine Angleichung von 4 % auf 2 %. Dagegen wich das Ergebnis beim Roggen um 6 % ab. Ein Jahr zuvor waren es nur 3 %. Bie Hafer liegt der Unterschied bei 5 %. Bei der Triticale waren es 4 %.
Bei 60 % aller Ergebnisse, die im Rahmen der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung auf Schlagebene ermittelt wurden, lag die Abweichung zum jeweils ermittelten Wert auf Basis der Projektmethode bei den Fruchtarten Winterroggen, Winterweizen, Wintergerste, Hafer und Triticale bei +/–5 dt/ha. Beim Winterraps wurde diese Differenz bei 85 % aller Ergebnisse ermittelt. Somit lagen 15 % der Proben beim Winterraps und 40 % der Proben beim Getreide bei höheren Abweichungen beim Hektarertrag.
Diese größeren Abweichungen treten besonders bei den kreisfreien Städten mit geringer Flächenausstattung je Fruchtart auf. Werden die Abweichungen schlagbezogen betrachtet, sind weitere methodische Verbesserungen und ein größerer Datenbestand zu Trainingszwecken für das Modell notwendig. Generell ist eine eher leichte Verbesserung der Gesamtergebnisse zu beobachten.
Die noch bestehenden Abweichungen lassen sich auf verschiedene Datenquellen und methodische Unterschiede zurückführen.
Hinweis
Die Erträge werden im Rahmen des Projekts nach der Lage des Feldes dem entsprechenden Landkreis zugeordnet. In der amtlichen Statistik geschieht dies zurzeit über die Lage des Betriebssitzes, was bedeutet, dass der Betrieb beispielsweise seinen Sitz im Landkreis Oder-Spree hat, die beprobte Fläche sich aber im Landkreis Märkisch-Oderland befindet.
Die veröffentlichten Daten dienen in erster Linie der Vorstellung von derzeit vorliegenden Ergebnissen dieses Pilotprojekts und sind nicht mit den Angaben der amtlichen Statistik gleichzusetzen.
Regina Kurz
Bodennutzung und Ernte
Redaktion
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