Gesunkene Geburtenzahl bei gestiegenen Sterbefällen
2025 starben in Brandenburg 35.743 Personen bei weniger als halb so vielen Geburten (14.495).
In Berlin kamen 2025 insgesamt 33.230 Kinder zur Welt, während 37.575 Menschen starben. Damit ergab sich das vierte Jahr in Folge ein Sterbeüberschuss von 4.345 Personen, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.
Die Geburtenzahlen sanken 2025 das vierte Jahr in Folge. Die zusammengefasste Geburtenziffer¹ lag bei 1,18 Kindern je Frau (2024: 1,20) und erreichte den niedrigsten Wert seit 2003. Damit lag der Wert in der Hauptstadt signifikant unter der bundesweiten Geburtenziffer von 1,31 Kindern je Frau.
Einen auffällig niedrigen Wert erreichte die zusammengefasste Geburtenziffer bei Müttern deutscher Staatsangehörigkeit. Sie sank auf 1,01 Kinder je Frau – der niedrigste Stand seit dem sogenannten Wendeknick in den Jahren unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung, als die zusammengefasste Geburtenziffer bis 1996 sogar unter 1,0 Kindern je Frau lag. Damit lag Berlin 2025 deutlich unter der gesamtdeutschen Geburtenziffer von 1,19 für deutsche Frauen. Bei ausländischen Frauen lag die Ziffer mit 1,56 Kindern je Frau zwar weiterhin über dem Gesamtwert aller Berliner Mütter, war jedoch ebenfalls rückläufig (2024: 1,59) und lag unter dem gesamtdeutschen Wert von 1,77 Kindern je Frau.
¹ Zusammengefasste Geburtenziffer berechnet für Frauen von 15 bis unter 45 Jahren nach der Altersjahrmethode.
Kinder wieder häufiger in der Ehe geboren, bei höherem Durchschnittsalter der Mutter
Die Tendenz, später Mutter zu werden, setzt sich fort. Das Durchschnittsalter der Mütter stieg auf 32,3 Jahre (2024: 32,2 Jahre). Die Hälfte der Gebärenden brachte ihr erstes Kind zur Welt, durchschnittlich waren sie 31,4 Jahre alt (2024: 31,2). Knapp unter ein Drittel der Frauen bekam ihr zweites Kind und war im Durchschnitt 32,9 Jahre alt (2024: 33,0).
Eine andere Tendenz ist im vergangenen Jahrzehnt wieder schwächer geworden: Ob Paare mit oder ohne Trauschein eine Familie gründeten, hielt sich zwischen 2010 und 2016 die Waage. Seitdem ging der Anteil nicht ehelich geborener Kinder allmählich zurück. Mittlerweile kommen Kinder wieder häufiger innerhalb der Ehe zur Welt – 2025 waren es 56 % der Neugeborenen.
Zahl der Hochzeiten auf historischem Tiefstand
In keinem Jahr seit der Wiedervereinigung haben so wenige Paare in Berlin geheiratet wie in 2025. Insgesamt registrierten die Standesämter 11.235 Eheschließungen. Die meisten davon wurden zwischen Mann und Frau geschlossen (10.514 bzw. 94 %). Die übrigen waren gleichgeschlechtliche Eheschließungen oder unter Beteiligung einer Person diversen Geschlechts bzw. Umwandlungen von Lebenspartnerschaften in eine Ehe (721 bzw. 6 %).
Stadt der demografischen Kontraste
Die demografische Entwicklung in den Berliner Bezirken zeigt gegensätzliche Entwicklungen innerhalb der Stadt. Nur in drei Bezirken gelang es 2025, den natürlichen Bevölkerungsrückgang abzufangen: Mehr Geburten als Sterbefälle gab es in Friedrichshain-Kreuzberg (+888), Mitte (+883) und Pankow (+45). Mit Abstand die meisten Kinder kamen in Friedrichshain-Kreuzberg (3.524) und Pankow (3.468) zur Welt. Die geringsten Sterbefälle registrierten Friedrichshain-Kreuzberg (1.650) und Mitte (2.641).
Auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl wiesen die drei Bezirke die geringsten Sterberaten auf. In Friedrichshain-Kreuzberg kamen auf 1.000 Personen 6,2 Sterbefälle, in Mitte 7,2 und in Pankow 8,3. Bei den Geburten hingegen wiesen Spandau und Lichtenberg mit jeweils 9,8 Geburten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner die höchsten Geburtenraten auf.
Statistisch gesehen war die demografische Alterung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf am deutlichsten ausgeprägt. Hier trafen die niedrigste absolute sowie die niedrigste relative Geburtenzahl der Stadt (1.993 Geburten und 6,7 Geburten je 1.000 Einwohnende) und die höchste Sterbezahl (3.865 Sterbefälle, 13,1 Sterbefälle je 1.000 Einwohnende) aufeinander. Steglitz-Zehlendorf verzeichnete in der Folge auch den am stärksten ausgeprägten Sterbeüberschuss von 1.872 Personen.
Die Gesamtzahl der Sterbefälle in Berlin blieb mit 37.575 nahezu stabil. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete die Stadt einen minimalen Rückgang von lediglich 111 Personen (–0,3 %), womit das Sterbeniveau trotz geringfügiger Schwankungen auf einem konstant hohen Stand verharrte.
Durch den kontinuierlichen Rückgang der Lebendgeborenen (9,0 je 1.000 Personen) und den höheren Stand an Sterbefällen (10,2 je 1.000 Personen) festigte sich der natürliche Bevölkerungsrückgang in Berlin.
Pressestelle
Weitere Daten finden Sie im statistischen Bericht.