Geburtenrückgang führt zu viertem Sterbeüberschuss in Folge
In Berlin kamen 2025 insgesamt 33.230 Kinder zur Welt, während 37.575 Menschen starben.
2025 starben in Brandenburg 35.743 Personen bei weniger als halb so vielen Geburten (14.495). Der Sterbeüberschuss von 21.248 Personen entspricht dem stärksten seit 1990 erfassten natürlichen Bevölkerungsrückgang, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.
Die Zahl der Sterbefälle lag 2025 bei 35.743 Personen. Verglichen mit dem Vorjahr waren es 489 bzw. 1,4 % Sterbefälle mehr. Die Zahl der Geburten sank im Vergleich zu 2024 um 659 Geburten bzw. 4,3 % auf 14.495. Zuletzt wurden ähnlich wenige Geburten Mitte der 1990er Jahre registriert, als es nach der Wiedervereinigung zu einem Einbruch der Geburten kam.
Geburtenziffer ausländischer Frauen gestiegen
Die zusammengefasste Geburtenziffer¹ sank von 1,33 Kindern je Frau in 2024 auf 1,30 in 2025. Dabei zeigten sich gegenläufige Entwicklungen je nach Nationalität der Mütter: Während die zusammengefasste Geburtenziffer deutscher Frauen von 1,27 in 2024 auf 1,21 in 2025 zurückging, lag die ausländischer Frauen mit 1,82 nicht nur deutlich über der von deutschen Frauen, sie lag auch um 0,04 höher als in 2024 (1,78).
¹ Zusammengefasste Geburtenziffer berechnet für Frauen von 15 bis unter 45 Jahren nach der Altersjahrmethode.
Das Durchschnittsalter der Mütter bei Geburt des Kindes blieb indes das dritte Jahr in Folge unverändert bei 31,6 Jahren. Verheiratete Mütter waren mit durchschnittlich 32,7 Jahren etwas älter als unverheiratete Mütter mit 30,6 Jahren.
Kinder wieder öfter innerhalb Ehen geboren
Während 2013 bei fast 63 % der Geburten die Eltern nicht miteinander verheiratet waren, ging der Anteil bis 2025 kontinuierlich auf rund 51 % zurück. Damit kam wieder fast die Hälfte der Neugeborenen innerhalb der Ehe zur Welt.
Alle kreisfreien Städte und Landkreise mit Sterbeüberschuss
Ursache für die anhaltend hohen Sterbezahlen ist die Altersstruktur der Brandenburger Bevölkerung, insbesondere die stark besetzten 1930er und 1940er Jahrgänge und die damit einhergehende hohe Sterbewahrscheinlichkeit in diesem fortgeschrittenen Alter. Gleichzeitig erreichen die sogenannten Babyboomer ein Alter mit erhöhtem Sterberisiko.
Wie schon im Vorjahr wiesen alle kreisfreien Städte und Landkreise einen Sterbeüberschuss auf. In Relation zur jeweiligen Bevölkerungsgröße waren vor allem in den peripheren Regionen des Landes die Verluste am deutlichsten. Am stärksten ausgeprägt war der relative Sterbeüberschuss im Landkreis Spree-Neiße mit einem Verlust von 12,5 Personen je 1.000 Einwohnenden (absolut: –1.356 Personen), dicht gefolgt von Elbe-Elster mit einem Defizit von 12,4 Personen je 1.000 Einwohnenden (absolut: –1.206 Personen). Dabei hatten die Landkreise Oder-Spree (–1.810) und Märkisch-Oderland (–1.655) den größten absoluten Sterbeüberschuss. Je Einwohnende betrachtet, war die Sterberate in den Landkreisen Elbe-Elster (17,8 je 1.000 Einwohnende) und Prignitz (17,5 je 1.000 Einwohnende) am höchsten.
Im Gegensatz dazu steht die Landeshauptstadt Potsdam: Hier war die demografische Erosion mit einem natürlichen Saldo von –2,4 Personen je 1.000 Einwohnenden am geringsten. Dies ist primär auf die junge Altersstruktur der Stadt zurückzuführen, die sich in der niedrigsten Sterberate des Landes (9,7 Sterbefälle je 1.000 Einwohnende) und der höchsten Geburtenrate (7,3 Lebendgeburten je 1.000 Einwohnende) widerspiegelt.
Eine differenzierte Betrachtung der zusammengefassten Geburtenziffer verdeutlicht zudem, dass eine höhere individuelle Geburtenneigung die strukturelle Alterung nicht kompensieren kann. So verzeichnete der Landkreis Elbe-Elster mit 1,56 Kindern je Frau die höchste Fertilitätsrate im Land – deutlich über dem Landesdurchschnitt von 1,30 und weit über dem Wert von Potsdam (1,10). Dennoch führte die extrem hohe Sterberate in Elbe-Elster (17,8 Todesfälle je 1.000 Einwohner) dazu, dass dieser Kreis trotz der höheren Kinderzahl pro Frau die niedrigste absolute Zahl von nur 528 Geburten und eins der größten natürlichen Bevölkerungsdefizite 12,4 je 1.000 Einwohnenden (–1.206 Personen) aufwies.
Pressestelle
Weitere Daten finden Sie im statistischen Bericht.