Wanderungsgewinn: Noch immer mehr Zuzüge als Fortzüge
2025 registrierte Brandenburg 82.399 Zuzüge und 65.774 Fortzüge. Damit wurde ein Wanderungsgewinn von 16.625 Personen erreicht.
Berlin verzeichnete 2025 insgesamt 177.473 Zuzüge und 157.775 Fortzüge. Der daraus resultierende Wanderungsgewinn von 19.698 Personen ist um 7.409 Personen (27 %) geringer als im Vorjahr, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit. Gewinne gehen vor allem auf Zuzüge aus dem Ausland zurück, Abwanderung ging vorrangig nach Brandenburg.
Sowohl aus dem Ausland als auch aus dem restlichen Bundesgebiet zog es insgesamt 57.081 Deutsche und 120.392 Ausländer in die Bundeshauptstadt. Dagegen verließen 77.766 Deutsche und 80.009 Ausländer Berlin. Insgesamt entspricht dies einem Wanderungsverlust bei deutschen Staatsangehörigen von 20.685 Personen und einem Wanderungsgewinn bei ausländischen Staatsangehörigen von 40.383 Personen.
Die größten Wanderungsgewinne erzielt Berlin gegenüber Indien
Aus keinem anderen Land zogen 2025 mehr Menschen nach Berlin als aus Indien (11.273 Zuzüge). Zwar war Indien auch der vierthäufigste Zielstaat für Fortzüge (3.069 Fortzüge), blieb aber auf niedrigerem Niveau als die Zuzüge. Dementsprechend erzielte Berlin gegenüber Indien auch den größten Wanderungsgewinn von 8.204 Personen.
Den zweithöchsten Wanderungsgewinn von 5.468 Personen erzielte Berlin gegenüber der Ukraine, bei 10.176 Zuzügen und 4.708 Fortzügen. Der Wanderungsüberschuss mit der Türkei (+2.805 Personen) war der dritthöchste (6.400 Zuzüge, 3.595 Fortzüge). In allen drei Fällen stellten Staatsangehörige des jeweiligen Landes den Hauptanteil am Wanderungsgeschehen.
Anders sieht es bei den Ländern aus, gegenüber denen Berlin das größte Wanderungsdefizit verbuchte: der Schweiz und Spanien. Es zogen etwa doppelt so viele Menschen aus Berlin in die Schweiz (1.940 Fortzüge) als in die andere Richtung (954 Zuzüge), sodass Berlin im Saldo 986 Personen an die Schweiz verlor. An Spanien verlor Berlin im Saldo 569 Personen (2.295 Zuzüge, 2.864 Fortzüge). Im Falle der Schweiz und Spaniens waren es nicht die Landsleute der Länder, sondern vor allem Deutsche, die dorthin abwanderten.
Bei Bulgarien, dem Land gegenüber dem Berlin die dritthöchste Abwanderung von 388 Personen verzeichnete, wanderten wiederum überwiegend Bulgarinnen und Bulgaren zurück in ihr Heimatland (2.456 Zuzüge, 2.844 Fortzüge).
Abwanderung nach Brandenburg hält an
Berlins direkter Nachbar Brandenburg profitiert weiterhin von der Zuwanderung aus Berlin. 31.071 Personen zogen von Berlin nach Brandenburg, während es 18.619 Personen in die entgegengesetzte Richtung zog. Der Wanderungsverlust von 12.452 Personen lag deutlich über den Verlusten an andere Bundesländer. An Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete Berlin Wanderungsverluste von 1.051 Personen, an Sachsen-Anhalt 588 Personen, an Bayern 557 Personen und an Schleswig-Holstein 545 Personen. Aus den übrigen Bundesländern erzielte Berlin Wanderungsgewinne. Die größten Zugewinne kamen aus Nordrhein-Westfalen (+835 Personen), Baden-Württemberg (+603 Personen), Hessen (+293 Personen) und Niedersachsen (+288 Personen).
Insgesamt gab es zwischen Berlin und dem restlichen Bundesgebiet 66.406 Zuzüge und 78.892 Fortzüge, was einer Nettoabwanderung innerhalb Deutschlands von 12.486 Personen entspricht. Diese ging im Vergleich zum Vorjahr zurück (2024: −14.755 Personen).
Tendenz der Binnenwanderung: von der Mitte in die Randbezirke
Die Menschen in Berlin zog es tendenziell in die Randbezirke. Während zehn der zwölf Bezirke 2025 einen Wanderungsgewinn verbuchten, wiesen die zentralen Bezirke eine schwächere Dynamik auf. Mitte verzeichnete eine vergleichsweise niedrige Nettozuwanderung von 549 Personen, Friedrichshain-Kreuzberg gar einen schwachen Wanderungsverlust von 160 Personen. Im Gegensatz dazu generierten die äußeren Bezirke die Hauptgewinne der Stadt: Spitzenreiter war Treptow-Köpenick mit einem Gesamtsaldo von +5.590 Personen, gefolgt von Marzahn-Hellersdorf (+2.696) und Lichtenberg (+2.668).
Die zentraleren Bezirke verloren vor allem Personen an andere Berliner Bezirke (Mitte −4.771, Friedrichshain-Kreuzberg −2.638, Charlottenburg-Willmersdorf −784), bekamen jedoch größere Wanderungsgewinne über die Landesgrenze, insbesondere von ausländischen Personen, die aus dem Ausland zuzogen (Mitte +5.822, Friedrichshain-Kreuzberg +3.525 und Neukölln +3.231).
Treptow-Köpenick und Reinickendorf stechen heraus
Bei der reinen Anzahl der Zu- und Fortzüge rangierte Treptow-Köpenick zwar im Mittelfeld, doch bei der Bilanz war der Bezirk Spitzenreiter: Der größte Zuzugsüberschuss von 5.590 Personen in Berlin ist vorrangig auf Wanderungsgewinne gegenüber anderen Berliner Bezirken zurückzuführen (+5.279 Personen). Bei deutschen Staatsangehörigen war Treptow-Köpenick der einzige Bezirk mit einer positiven Gesamtwanderungsbilanz (+796 Personen). Auch bei Umzügen deutscher Berlinerinnen und Berliner zwischen den Bezirken erreichte er den höchsten Zuzugsüberschuss (+2.698). In der Bilanz ausländischer Zu- und Fortgezogener erreichte Treptow-Köpenick sowohl insgesamt (+4.792) als auch bei der Binnenwanderung (+2.581) die zweithöchsten Gewinne.
Eine Sonderrolle nimmt der nördliche Bezirk Reinickendorf ein, wo sich noch bis zum 31.12.2025 die zentrale Notunterkunft und das Ankunftszentrum auf dem ehemaligen Flughafen Tegel befand. Als einziger Bezirk verbuchte Reinickendorf eine deutlich negative Wanderungsbilanz von −2.241 Personen. Zwar erhielt der Bezirk ein deutliches Wanderungsplus Zugewanderter ausländischer Staatsangehörigkeit aus dem Ausland (+9.896), diese Gewinne gingen aber auch wieder durch Abwanderung in andere Bezirke verloren (−10.844 Personen). Einzig bei der Binnenwanderung deutscher Berlinerinnen und Berliner erzielte Reinickendorf ein leichtes Plus von 775 Personen.
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