Übersetzungshilfe beim Lesen einer Tabelle
In vielen Tabellen der Statistik stoßen wir auf die Begriffe davon, darunter, und zwar sowie nachrichtlich. Was sagen sie uns?

Ob Miete, Brötchen oder Kraftstoffe – Preise verändern sich. Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst, wie sich die Lebenshaltungskosten privater Haushalte entwickeln. Er ist Grundlage für Wirtschaft, Politik und private Entscheidungen. Doch wie entsteht dieser Index und warum ist er so wichtig?
Der Verbraucherpreisindex (VPI) ist eine zentrale Kennzahl der amtlichen Statistik. Er zeigt, wie sich die Preise von Waren und Dienstleistungen entwickeln, die von privaten Haushalten typischerweise gekauft werden. Damit liefert er ein präzises Maß für die Inflation – also dafür, wie sich die Kaufkraft des Geldes im Zeitverlauf verändert. Unternehmen, Politik, Tarifpartner und nicht zuletzt Verbraucherinnen und Verbraucher selbst nutzen den VPI, um wirtschaftliche Entwicklungen einzuordnen und Entscheidungen zu treffen.
Der VPI konzentriert sich ausschließlich auf die Ausgaben privater Haushalte. Das unterscheidet ihn von anderen Preisstatistiken. So misst der Erzeugerpreisindex beispielsweise die Preise direkt bei den Herstellern, während der Großhandelspreisindex den Handel zwischen Unternehmen betrachtet.
Wir erheben die Preise jeden Monat. Das ist notwendig, weil Preise schnell schwanken können, etwa durch saisonale und regionale Bedingungen, politische Entscheidungen oder wirtschaftliche Krisen. Die Daten stammen aus verschiedenen Quellen:
Die Basis der Berechnung ist ein sogenannter Warenkorb. Dieser umfasst rund 700 verschiedene Waren und Dienstleistungen, von Grundnahrungsmitteln bis hin zu Freizeitangeboten. Die Auswahl wird regelmäßig angepasst, damit die aktuellen Konsumgewohnheiten präzise abgebildet werden.
Um die Realität in Berlin und Brandenburg genau zu erfassen, beobachten wir weit mehr als nur diese 700 Produktgruppen. Um regionale Unterschiede, Sonderangebote und Preisvariationen abzudecken, werden monatlich über 40.000 Einzelpreise erfasst. Dafür sind neben den Mitarbeitenden der amtlichen Statistik aktuell 55 Preiserheberinnen und Preiserheber im Einsatz, die an festgelegten Erhebungsstellen systematisch über die ersten drei Wochen des Monats die aktuellen Preise dokumentieren.
Schon gegen Ende eines Monats veröffentlichen wir erste vorläufige Ergebnisse in einer Pressemitteilung. Dort zeigen wir zum Beispiel, bei welchen Lebensmitteln die Preise besonders stark gestiegen oder gesunken sind. Etwa eine Woche später folgen die endgültigen und detaillierten Ergebnisse im Statistischen Bericht. So können Entwicklungen zeitnah nachvollzogen werden. Gerade in unsicheren Zeiten schafft die amtliche Statistik eine verlässliche und nachvollziehbare Faktenbasis.
Zusätzlich erstellen wir Sonderauswertungen, um die Daten greifbarer zu machen. Im vergangenen Jahr haben wir zum Beispiel das Preisbarometer veröffentlicht. Damit lässt sich die Entwicklung von mehreren hundert Waren und Dienstleistungen über fünf Jahre (2020 bis 2024) verfolgen. Dieser Zeitraum war von außergewöhnlichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt. Ein Beispiel: Die Preise für Nahrungsmittel sind in dieser Zeit um 38,4 % gestiegen.
Die Preisentwicklung beeinflusst, was wir real in der Tasche haben. Daher haben wir uns unter anderem die Reallohnentwicklung nach Wirtschaftszweigen angesehen und die Frage beantwortet, was von den Verdiensten tatsächlich übrigbleibt, wenn die Preisentwicklung einbezogen wird?
Die Tabellen und Berichte des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg enthalten eine Fülle an Zahlen, die auf den ersten Blick überwältigend wirken können. Dabei kommen oft Fragen auf: Warum nutzen wir einen Index statt einzelner Preise? Werden nur Preise für Nahrungsmittel erhoben? Oder was bedeutet die Angabe Basis = 2020?
Genau hier setzt die Reihe „Statistik erklärt“ an. Sie zeigt Ihnen, wie Sie die Tabellen der Preisstatistik richtig lesen, vergleichen und interpretieren können. So finden Sie Antworten auf Fragen zur Preisentwicklung und zur Kaufkraft. Schritt für Schritt gelingt Ihnen so die Orientierung im Datendschungel.
Verena Staib
Verdienste
Redaktion
Content Management
In vielen Tabellen der Statistik stoßen wir auf die Begriffe davon, darunter, und zwar sowie nachrichtlich. Was sagen sie uns?
Was sind die FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder? Wer darf Mikrodaten nutzen und welcher Zugangsweg ist der richtige?
Ein Anliegen, aber mehrere Zahlen in der amtlichen Statistik. Kann das sein? Ja. Und alle Zahlen sind korrekt. Wir klären auf....